17.03.19

Phönix | Michael Peinkofer






Die 15-jährige Callista und ihr 16-jähriger Freund, der Jäger Lukan, leben in einem kleinen Dorf, deren Bewohner ein einfaches, bäuerliches Leben führen. Tagsüber scheint alles friedlich, doch mit Anbruch einer jeden Nacht beginnt der Schrecken: Geheimnisvolle Wesen, die noch niemand je zu Gesicht bekommen hat, gehen im Dunkel des Waldes auf die Jagd nach Menschen. Als Callistas kleiner Bruder verschwindet und sie und Lukan sich aufmachen, ihn zu suchen, offenbart sich ihnen die erschütternde Wahrheit. Denn die Welt, die sie zu kennen glaubten, existiert nicht. Und ihre Feinde sind ebenso unberechenbar wie mächtig ...
(Text & Cover: © Piper; Foto: © N. Eppner)


Michael Peinkofers Geschichten wirken auf den ersten Blick immer etwas unscheinbar. Doch dann - bamm! - schlägt er zu. Mit vielen unverhofften Gedankengängen und Handlungssträngen. So erging es mir schon mit dem Auftakt von "Die Legenden von Astray" und so empfand ich es auch wieder mit "Phönix".

Mit dem Wunsch mal wieder ein wenig lockere Jugendfantasy zu lesen, griff ich nach dem Auftakt dieser Trilogie. Sehr schnell fand ich ins Geschehen, schwieriger wieder hinaus, denn Peinkofer beendet fast jedes Kapitel so spannend, dass ich noch eins und noch eins und noch eins lesen musste. Dabei baute er eine Spannung auf, die so sehr auf mich überging, dass ich tatsächlich nachts nicht gut schlafen konnte, weil ich noch so unter Strom stand.

Peinkofer schafft in "Phönix" eine Welt, die stark vom Glauben der Figuren bestimmt wird. Sie folgen starren Regeln und wer sich nicht daran hält muss mit brutalen Konsequenzen rechnen. Callista und Lukan fühlen sich dadurch eingeengt. Es ist kein böser Wille, der sie über die Stränge treibt, sondern eher Handeln aus reinem Menschenverstand. Natürliche Neugier lässt sie Dinge hinterfragen, die von ihren Mitmenschen einfach hingenommen werden. Als sie ein Geheimnis entdecken, dass all das, was sie bisher geglaubt haben, in Frage stellt, stoßen sie vor allem auf eins: Unverständnis. Bald schlägt diese in Wut und Hass um und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zu fliehen.

Michael Peinkofer stellt in Band 1 den Glauben der Bewohner der von ihm erschaffenen Welt in den Vordergrund und schafft damit ein Exempel, dass sich gut in real existierende Glaubensgemeinschaften übertragen lässt. Es ist schon ein Sektenähnliches Verhalten, das die Bürger von Callistas Dorf an den Tag legen. Ihnen wird jede Möglichkeit genommen sich mit einer Außenwelt - sollte diese denn existieren, denn das ist eine der großen Fragen dieser Geschichte - in Verbindung zu setzen. Durch den Glauben bewegen sie sich in einem Rahmen, der ihnen wenig Spielraum lässt, der zeitgleich aber auch eine gewisse Sicherheit bietet, die mit dem Aufkommen von Callistas und Lukans Entdeckung komplett über den Haufen geworfen wird. Damit ist die Wut der Mitbürger ein Stück weit nachvollziehbar.

Mir hat der Auftakt der "Phönix" - Trilogie richtig gut gefallen. Peinkofer hält so manche Überraschung bereit, die für mich wirklich unvorhersehbar waren. Das Ende bietet einen Cliffhanger, der mich ziemlich neugierig auf Band 2 macht. Einzig die Liebesgeschichte, die im Roman beschrieben wird, wirkt auf mich aufgesetzt und unnötig. Aber ich empfinde sie nicht als so wichtig, dass es mein Lesevergnügen eintrübt.




Buchinfo:

Piper IVI (Oktober 2017)
352 Seiten
Paperback
15,00 €



Rezension: © 2019, Nanni Eppner

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