19.05.22

Innehalten | Fleur Sakura Wöss



 

Fernab aller Trends nimmt uns die Zen-Meisterin mit auf eine inspirierende Reise des Zwischenraums, der Klarheit und der erfüllenden Ruhe. In Tokio geboren und mit der japanischen Kultur eng verbunden, erzählt die ehemalige Professorin für Japanologie klug, klar und inspirierend von eigenen einschneidenden Änderungen in ihrem Leben, die sie den Weg des Zen haben weitergehen und die schiere Kraft des Zwischenraums erfahren lassen. Wer sich auf das Innehalten einlässt, kommt zu Atem, nimmt sich Druck und erlebt, dass sich gerade im Nichtstun etwas ereignet, das den Blick verändert und Lösungen möglich macht.
(Text & Cover: © btb; Foto: © N. Eppner)

"Innehalten" war eine Empfehlung von der lieben Petzi, die mir das Buch als absolute Bereicherung ans Herz legte. Da auf ihre Buchtipps immer Verlass ist, bestellte ich mir das Buch sehr zeitnah, obwohl ich ja in letzter Zeit sehr viele Bücher aus dem Bereich der mentalen Gesundheit gelesen habe.

"Innehalten" ist noch mal anders, noch mal mehr. Es ist sehr nachhaltig, hat viel bei mir ausgelöst und ich bin mir sehr sicher, dass ich es nochmal lesen werde, denn gefühlt konnte ich gar nicht all die schlauen Gedanken, die darin geteilt werden, erfassen. 

"Manche glauben, Freiheit sei, alles selbst bestimmen zu können. Ich jedoch finde es wichtiger, seinen Geist durch einen regelmäßigen Tagesablauf zu befreien."

Fleur Sakura Wöss trifft mich auf dem richtigen Fuß. Ich bin eine der Menschen, die den Tag vollacken, bis keine einzige Lücke mehr bleibt. Kein Zwischenraum zum Durchatmen oder auftanken. Ich habe diesbezüglich schon viel gelernt, aber es ist immer noch schwierig neue Muster zu etablieren. Eins davon ist innehalten. Oft bemerke ich es daran, dass ich meine Gedanken nicht mehr gut sortieren kann oder Schwierigkeiten habe, die richtigen Worte zu finden. Ich betone immer wieder, dass ich Langeweile nicht kenne, aber eben das würde mir mal gut tun. Sie plädiert für mehr Stille. Im Alltag, im Kopf. Etwas, dass ich mir zu Herzen genommen habe. Ich schlafe nun nicht mehr mit Hörbuch oder Musik im Hintergrund ein. Etwas, von dem ich vermeintlich dachte, dass es mir hilft, hat eher dazu geführt, dass ich nicht gut zur Ruhe komme. Ich schlafe besser, seit ich nur noch den Geräuschen des Abends lausche.

"Es gibt Orte, an denen das Herz weit wird, und es gibt Orte, da meint man zu ersticken." 

Dieser Satz diente bei uns Zuhause als Diskussionsgrundlage. Mein Mann und ich haben lange darüber geredet, was er bedeutet. Für uns im einzelnen, für uns beide, für unser gemeinsames Leben. 

Es ist nur einer, der vielen klugen Sätze, die Fleur Sakura Wöss niederschreibt. In vielen Bereichen unseres Leben hilft innehalten, in vielen Bereichen hilft es leere Räume zu schaffen. Es fällt mir schwer alles, was sie sagt in wenige Worte zu packen, deshalb kann auch ich euch nur raten, dieses Buch zu lesen. Ich glaube, dass sie den Nerv vieler Leser*innen trifft, dass jeder von uns eine Sparte im Leben hat, die zu voll ist, zu schnell, zu dicht.

Fleur Sakura Wöss hat etwas mit mir gemacht. Ich denke oft an ihre Worte. Fühle mich von ihr verstanden und in den Arm genommen. Ganz besonders mit den folgenden Sätzen:

"Auf dem Berg gibt es viel Atem und viel Wind, den Atem der Natur. Viele Menschen steigen auf Berge, um dem Himmel näher zu sein und diese Weite zu spüren." 


Buchinfo:

192 Seiten
Broschur, 10,00 €

Rezensionen: ©2021, Nanni Eppner

13.05.22

#netzwerkparty22: Erfolg




Heute beschäftigt sich die #netzwerkparty mit dem Thema Erfolg.

Erst kürzlich habe ich darüber nachgedacht, als ich mit Stolz auf die letzten Monate zurückblickte, in denen ich unglaublich viel persönliches Wachstum erfahren habe. Das ist für mich ganz unbedingt ein Aspekt von Erfolg. Was habe ich gelernt? Wie gehe ich damit um? Welche Persönlichkeit will ich sein?

In meinem Hauptberuf als Sozial Pädagogin habe ich seit meinem Wiedereinstieg nach der Elternzeit viel positive Rückmeldung bekommen. Darüber freue ich mich sehr und das gibt mir auch viel Energie, um weiterhin mit solcher Leidenschaft in meinem Beruf zu arbeiten.

In meiner Freiberuflichkeit sind es vor allem Learnings, die ich als Erfolg verzeichne. Mich trauen neue Dinge anzugehen, vor fremden Menschen zu sprechen, mir zuzutrauen als Expertin aufzutreten, neue Wege zu gehen, auch wenn es schief gehen könnte.

Im Internet habe ich Erfolg bis vor einiger Zeit immer an Klickzahlen und Followern gemessen, aber in letzter Zeit habe ich gemerkt, welch tolle und starke Community ich bisher schon aufbauen konnte. Ich bekomme immer wieder so nette Rückmeldungen zu meinen Beiträgen, Menschen lesen Bücher, die ich empfehle oder probieren Methoden aus, die ich vorstelle. Und vor allem entspinnen oft tiefgründige und inspirierende Gespräche und genau das ist für mich wirklich wichtig und eine tolle Entwicklung in den vergangenen Jahren.

Deshalb heute ein dickes Dankeschön an dich. Dass du meine Beiträge liest, kommentierst, teilst. Mich mit deiner Meinung und deinen Gedanken bereicherst und dazu beiträgst, dass dies nicht ein oberflächliches Raushauen von Themen ist, sondern ein Austausch auf einer wirklich guten Ebene.

11.05.22

#netzwerkparty22: lernen | Morgenroutine




Die Morgenroutine ist eigentlich eine ganz simple Methode, um gestärkt in den Tag zu starten. Nimm dir morgens etwas Zeit für dich, um deine Gedanken zu sammeln und deinem Körper etwas Gutes zu tun, den Fokus auf deine Bedürfnisse zu richten und gelassener den Alltag zu meistern.

Wichtig ist hier eine Routine herzustellen, also etwas über einen längeren Zeitraum durchzuführen bis es selbstverständlich wird. Routinen helfen uns dabei, uns mit wichtigeren Dingen als Abläufen beschäftigen zu müssen. Gerade in schwierigen Zeiten fällt es uns schwer, uns etwas Gutes zu tun. Hat sich aber bereits eine Routine etabliert, fällt es mir nicht schwer mich daran zu orientieren oder dahin zurückzufinden.

"Manche glauben, Freiheit sei, alles selbst bestimmen zu können. Ich jedoch finde es wichtiger, seinen Geist durch einen regelmäßigen Tagesablauf zu befreien." (Von der DVD "Ein Leben im Zeichen des Zen" gefunden in "Innehalten" | Fleur Sakura Wöss | btb | 1. Auflage November 2021)

Beginne ich meinen Tag morgens zeitgleich mit meiner Familie, mit dem Anziehen der Kinder, ausdiskutieren der Kleiderwahl, ob Haare kämmen notwendig ist oder nicht, wo vielleicht noch Socken liegen und warum die Marmelade auf einmal nicht mehr das Lieblingsfrühstück ist, fühle ich mich schon vor meiner ersten Pause gestresst. Dann geht es den Rest des Tages so weiter bis wir abends im Bett liegen und ich das Gefühl habe den ganzen Tag nichts für mich getan zu haben. Ich bin frustriert. Am nächsten Morgen grüßt das Murmeltier...

Beginne ich meinen Tag mit meiner Morgenroutine, gehe ich mit viel mehr Kraft und Gelassenheit in den Tag, denn ich habe mir schon etwas Gutes getan.




Ich stehe zwischen 5 Uhr und 5.30 Uhr auf (bitte jetzt nicht wegklicken. Frühes Aufstehen ist kein Muss der Morgenroutine, sondern entspricht meinem natürlichen Tagesrhythmus).  Dann putze ich meine Zähne, denn das ist für mich nicht nur notwendige Körperhygiene, sondern auch eine Art Ritual mit dem ich die Nacht verabschiede. Abends stelle ich mir ein Glas Wasser bereit, das am Morgen Zimmertemperatur hat und so gut vom Magen aufgenommen werden kann. Das trinke ich, um meinem Körper wieder Flüssigkeit zuzuführen, die er über Nacht verloren hat. Das ist gut für Faszien, Gelenke und das Gehirn.

Dann starte ich mein Seniorensportprogramm, wie ich es liebevoll nenne. 10 - 15 Minuten leichte körperliche Übungen. Entweder aus dem Yogaprogramm von Mady Morrison oder dem Faszientraining von Gabi Fastner. Das bringt meinen Kreislauf in Schwung, macht mich munter und verdrängt die Schwere und Unbeweglichkeit im Körper, die sich über Nacht eingeschlichen hat.

Nun habe ich mir ca. 20 Minuten für mich genommen. 20 Minuten, in denen ich mir und meinem Körper etwas Gutes getan habe. Wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, ist es uns fast allen möglich uns morgens 20 Minuten zu gönnen. Wenn nicht, sind bestimmt 10 Minuten drin, in denen du ein Glas Wasser trinken und eine kleine Atemübung machen, etwas Seilspringen oder deine Gedanken aufschreiben könntest.

Je nachdem wie meine Tagesplanung so ist (die ich meistens zu Beginn der Woche oder am Abend zuvor notiert habe), gönne ich mir noch etwas Lesezeit und einen Tee. Das macht mich glücklich und ich bleibe gelassener, falls die Kinder mit schlechter Laune aufstehen. Deren Morgenroutine besteht übrigens aus etwas Kuschelzeit und dem gemeinsamen Lesen einer Affirmationskarte für Kinder. 

No Go's für die Morgenroutine:

  • Verbannung aller Medien. Kein What's App, keine Sozialen Medien, kein lesen von (schlechten) Nachrichten. Das alles hat Zeit bis später.
  • es gibt keine perfekte Uhrzeit und keinen perfekten Plan. Stimme deine Routinen und deine Aufstehzeit auf dich und deinen Rhythmus ab.
  • Zwing dich zu nichts, was nicht zu dir passt. Nur weil es vielleicht gerade in ist oder alle in deiner Social Media Timeline es tun.
Was ich gerne nochmal wiederhole: es funktioniert erst so richtig, wenn es wirklich eine Routine geworden ist. Probiere es mal aus.

Ideen für eine Morgenroutine:
  • Ölziehen
  • Yoga /Sport
  • Glas Wasser
  • Tasse Tee
  • Atemübung
  • Meditation
  • Morgenseiten / Gedanken aufschreiben
  • Lesen
  • Spaziergang
  • etwas malen oder künstlerisch tätig sein

Hast du bereits eine Morgenroutine? Wenn ja, wie sieht sie aus? Interessiert dich mehr über eine Morgenroutine für Kinder zu erfahren?





10.05.22

#netzwerkparty22: Werte




Heute fragt Anne Haeusler: "Was sind deine Werte? Was ist dir wichtig? Wie lebst du diese Werte – privat oder in deinem Business?"

Zu meinen wichtigsten Werten, die ich auch versuche in meine Arbeit einzubinden, zählen Freiheit, Humor und Naturverbundenheit.

Freiheit ist ein für mich persönlich ein ganz besonders wichtiger Aspekt. Deshalb bin ich sehr glücklich mit meinem Arbeitgeber, der mich sehr selbstbestimmt arbeiten lässt und viel Freiraum bei der Gestaltung lässt. Meine freiberufliche Arbeit erlaubt mir ebenfalls viel Freiheit. Meinen Klientinnen möchte ich vermitteln Freiräume und Freiheiten im Alltag zu finden, aber auch im Denken. Freiheit bedeutet Aufklärung. In der letzten Zeit ist mir mehr und mehr bewusst geworden, dass dies auch das erkämpfen von Rechten für Frauen beinhaltet, das aufbrechen von patriarchalen Strukturen und das Erarbeiten von Gleichstellung. . Diese Thematik sorgt dafür, dass ich meine Workshops und Seminare vorrangig an weiblich gelesene Personen richtet, die doch oftmals von gesellschaftlichen Mustern eingezwängt werden. Wir leben am Rand einer Kleinstadt, denn zwischen mehreren Häusern mit Gärten und Fenstern dicht an dicht, fühle ich mich eingeengt. Treibt mich der Alltag oder Gedanken doch mal in die Enge, suche ich die Freiheit im Wald oder auf einem Berg.




In der Natur finde ich stets zu mir zurück. Zu Achtsamkeit und Kreativität. Zu Ruhe und Gelassenheit. Zu Energie und Stärke. Deshalb ist die Natur eine wichtige Basis für meine Workshops und Seminare. Ab Sommer biete ich z.B. Resilienzwanderungen an. Für den kommenden Herbst und Winter möchte ich endlich auch online Angebote initiieren. Derzeit rattert es in meinem Kopf ordentlich, wie ich diese mit der Natur verbinden kann. Im Hauptberuf bin ich sowieso immer wieder mit der Natur verbunden. Ob im Stall der Tiere oder bei Einheiten auf dem Reitplatz oder im Feld. Das erdet mich und meine Klient*innen.




Humor ist mir sehr wichtig. Ich lache super gerne. Bis mir die Tränen kommen. Ich lache privat und beruflich auch. Ein Lachen stimuliert Glückshormone und macht alles irgendwie ein bisschen schöner, oder nicht?




Ich habe schon Beiträge über Werte geschrieben. Die kannst du hier und hier finden. 

Kennst du deine eigenen Werte schon? Wenn ja, wie lauten sie? Möchtest du noch mehr über Werte erfahren?

09.05.22

Monatsrückblick | April




Es ist schon der 9. Mai und ich komme heute erst dazu meinen Monatsrückblick zu schreiben. Gefühlt ist der April damit schon so weit entfernt, dass alle Erinnerungen an diesen sehr durchwachsenen Monat schon im letzten Hirnkästchen verstaut sind. 

Was geblieben ist: mein April war sehr arbeitsintensiv und damit sehr anstrengend. Das hat mein Körper auch prompt mit einem erneuten Erkältungsinfekt quittiert, da er sich vermutlich noch nicht richtig von der Coronaerkrankung erholt hat. Wieder einmal sehe ich mich meinem Endgegner Akzeptanz gegenüber. Ich habe seit Ende März nur einmal geritten. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt so selten auf dem Pferd saß, aber ich glaube, ich bin ganz gut damit zurecht gekommen. Bald geht es in den Urlaub und ich hoffe, dass mir die Zeit in den geliebten Bergen so gut tut, dass ich erholt und frisch gestärkt nach Hause komme.

An Ostern trafen wir uns mit meiner Familie, unter anderem meinen Cousins und ihren Familien, die ich nur ganz selten sehe. Das war so schön. Wir führten tolle Gespräche, lachten unfassbar viel und verabschiedeten uns mit dem Wunsch uns bald wiederzusehen.

Im April konnte ich draußen schon einige Ideen umsetzen und so langsam nimmt der Garten, an dem wir jetzt seit 5 oder 6 Jahren arbeiten, Gestalt an. Noch nicht alles wird in diesem Jahr machbar sein, aber das ein oder andere Projekt habe ich für 2022 auf der Agenda. Der Charakter des Wildgartens soll dabei auf jeden Fall erhalten bleiben und ich bin mir sicher, dass einige Pflanzen auch noch mehrmals den Standort wechseln werden.

Wie war dein April so? Warst du produktiv oder brauchtest du eher noch Erholung? Planst du bestimmte Sachen für die nächsten Wochen?

Im April konnte ich mir nicht so viel Zeit zum Lesen frei schaufeln wie im März, aber ich habe wieder richtig gute Bücher gelesen.



April:

23) "Gestüt Seydell 01: Das Gestüt" | Sophie Martaler | Goldmann
24) "Schildmaid" | Judith & Christian Vogt | Piper
25) "Innehalten" | Fleur Sakura Wöss | btb
26) "Wo die Wölfe sind" | Charlotte McConaghy | Ü: Tanja Handels |       S. Fischerverlage
27) "Der Salon 01: Wunder einer neuen Zeit" | Julia Fischer |           Sprecherin: Julia Fischer | Lübbe Audio
28) "Das Glück riecht nach Sommer" | Meike Werkmeister | Goldmann
29) "Immer funktionieren funktiniert halt nicht" | Judith Brückmann & Cord Neubersch | KiWi

Meine absoluten Highlights in diesem Monat waren "Wo die Wölfe sind" und "Schildmaid", zwei Bücher, die mich sowohl auf sprachlicher als auch inhaltlicher Ebene bewegt haben.




Begonnen habe ich den Monat mit dem ersten Teil von "Gestüt Seydell", einer spannenden Geschichte einer jungen Frau, die im Jahr 1947 erfährt, dass sie ein Gestüt erbt. Außerdem wird auf einer zweiten Ebene erzählt, die Ende des 19. Jahrhunderts spielt und auch einen Bezug zu einem Gestüt hat. Ob es sich dabei um dasselbe handelt, erfahren wir im ersten Band noch nicht. Eine recht an der Oberfläche behandelte Geschichte, die jedoch handwerklich sehr gut gemacht ist und vom Autorenduo, das unter dem Pseudonym Sophie Martaler schreibt, zu einer spannenden Handlung gefügt wurde.




Zu "Schildmaid" gibt es schon eine begeisterte Rezension. Ein feministischer Wikinger*innenroman, der richtig, richtig spannend ist, ohne dass Frauen abgewertet werden, um einen kräftigen Kriegshelden feiern zu können. Das ist anders, neu und herrlich revolutionär.

"Innehalten" hat mich den kompletten Monat über begleitet. Ich habe immer mal reingelesen und es wieder weggelegt. Habe mir, wie im Buch beschrieben, Zeit für Zwischenräume genommen und die Texte sacken lassen. Fleur Sakura Wöss hat ganz viel in mir angestoßen und ich bin mir sehr sicher, dass ich das Buch auch noch ein zweites Mal lesen werde. Eine Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen.

"Wo die Wölfe sind" hat mich auf einer ganz tiefen Ebene berührt. Schmerz und Leid waren förmlich spürbar. Die Handlung spannend und teilweise schockierend. Meine Rezi dazu findest du hier.




Nach den ersten Zeilen von "Der Salon. Wunder einer neuen Zeit" dachte ich, dass mich sicher eine nette Zeitreise in die 50er Jahre erwarten würde. Nachdem ich in den letzten Jahren so viele Roman las, die zwischen den beiden Weltkriegen oder während des zweiten spielen, suchte ich schon seit längerem nach einem Buch, das genau diese Zeit des Wiederaufbaus, der alten Verletzungen und neuen Möglichkeiten thematisiert. Dass mich Julia Fischer letztendlich so begeistern und berühren würde, hätte ich nicht erwartet.




Ich liebe die Bücher von Meike Werkmeister. Es sind immer absolute Wohlfühlgeschichten, die Hoffnung und Freude vermittelt, nie oberflächlich sind und sich so anfühlen, als sei mensch mit guten Freunden unterwegs gewesen. So auch ihr neuster Roman "Das Glück riecht nach Sommer".

Ich habe in den letzten Monaten so einige Bücher und Texte über mentale Gesundheit gelesen und Judith Brückmann und Cord Neubersch haben in diesem Bereich das Rad sicher nicht neu erfunden. Dennoch ist ihr Ratgeber "Immer funktionieren funktioniert halt nicht" sowohl ein guter Einstieg, als auch eine kompetente Ergänzung zu dem, was ich bisher gelesen habe. Ihre Texte sind so eingängig, das mir einiges klarer erscheint als vorher. Außerdem habe ich tolle Impulse für meine eigene Arbeit bekommen.

Welche Bücher hast du im April gelesen? Welches war dein Highlight?

Im April:

...spielten wir nochmal im Schnee.


...fuhr das Räubermädchen schneller, als der Mann laufen kann


...probierten wir veganen Mozzarelle (lecker!)


...suchten  und fanden wir verschiedene Dinge


...färbten wir viele Eier


...ging ich ziemlich häufig mit der Kollegin spazieren


...saßen der Kater und ich oft auf dem Balkon


...verbrachten wir einen richtig schönen Ostersonntag beim Patenonkel


...konnten Umarmungen unser Herz erwärmen



Hab einen schönen Mai und lass es dir gut gehen!

#netzwerkparty22: Vorstellung




Auch in diesem Jahr möchte ich wieder an der Challenge von Anne Haeusler teilnehmen, die in den letzten Jahren unter #meettheblogger bekannt wurde und nun unter dem Begriff #netzwerkparty ihre Runde dreht. Viele von euch kennen mich schon, aber für die neuen hier gibt es eine kleine Vorstellungsrunde.

Ich heiße Nanni, bin 37 Jahre alt und arbeite für und mit mentaler Gesundheit. Hauptberuflich bin ich Diplom Sozial-Pädagogin in der Tiergestützten Pädagogik und freiberuflich als Resilienztrainerin tätig. Außerdem schon immer Pferdemädchen und seit meinem 21. Lebensjahr auch Trainerin im Reitsport.

Fünf Facts über mich und mein Berufsleben:

1. Meine Kolleg*innen sind fast alle vierbeinig, einige von ihnen haben Steckdosenschnauzen und Ringelschwänzchen.




2. Auf einen Job in der Tiergestützten Intervention arbeite ich seit einem Praktikum in der 8. Klasse hin. Letztes Jahr konnte ich meinen Traum endlich erfüllen.

3. Meine Diplomarbeit schrieb ich über Resilienz, seit einiger Zeit ist das Thema tatsächlich in Mode, aber wenn ich erkläre, was es ist, fragen fast alle: Resi...was? (oder: ach kenn ich schon. War neulich im Morgenmagazin,...äh ja...)

4. Ich mag meine Jobs so gerne, dass meine Chefin mich immer wieder anruft, um mich zu erinnern, dass ich noch Urlaub nehmen muss.

5. Ich habe schon in wirklich vielen verschiedenen Bereichen gejobbt. Zwischen Wurstverkauf, Kindergarten und Klinikküche passen mindestens noch eine Physiotherapieschule und ein Teelädchen.

6. Ich möchte nie wieder einen Arbeitsplatz, an dem ich mehr Zeit drinnen als draußen verbringe.

7. Wenn ich das Gefühl habe ein neues Thema in meine Arbeit mit einbinden zu wollen, muss ich sofort ganz viele verschiedene Bücher dazu kaufen.

Kennst du den Begriff Resilienz schon? Wenn nicht schau mal in meine aktuellen Stories oder in die Highlights.

Welche (Fun) Facts gibt es über dich und dein Berufsleben?




08.05.22

Einen schönen Muttertag!




Ich liebe meine Kinder. Sehr. Es ist ein großes Glück Mutter zu sein. Aber es ist auch kein Spaziergang.

Ich möchte für meine Kinder da sein, wann immer sie mich brauchen. All ihre emotionalen Auf's und Ab's, ihre Unsicherheiten und Bedürfnisse auffangen, ihren Selbstwert stärken, sie begleiten verantwortungsbewusst zu handeln, empathisch, hilfsbereit und nett zu sein, andere zu stärken und zu schützen und sich selbst dabei nie aus den Augen zu verlieren. Was gar nicht so leicht ist, wenn du es vorleben willst, aber gleichzeitig zwei kleine Menschen so viel Kraft aus dir saugen.

Ich muss Spiele spielen, die ich nicht mag, zum 100. Mal diese Woche aufräumen und Tränen trösten, die ich eigentlich selbst vergießen möchte. Denn ich bin an Muttertag kein Kind mehr. Meine Mama kann sich über nichts mehr freuen, bekommt trotzdem einen Blumenstrauß, der ihr bei ihrer Erschöpfung, die sie damals spürte, nicht hilft. Erschöpft durch ein Kind, das ständig Grenzen auslotete und einem, das so viel für sich beanspruchte. Gefangen in der eigenen Erziehung, die vor allem bedeutete: Aufopferung für die Familie, was vor allem bedeutet sich selbst zu opfern.

Etwas, das wir den Männern nur schwer verständlich machen können, weil sie (fast) nie in diese Situation hineingeboren werden, weil das System für cis-Männer ausgelegt ist, weil sie stark sind und viel Geld verdienen und wir Frauen mit unserem Mutterinstinkt so ein bisschen Kinderbetreuung mit links wuppen.

Dass wir an einem Sonntag im Jahr dafür Blumen bekommen, ist schon eine große Ehre. Freut euch über diese Dankbarkeit, liebe Frauen, vermutlich werden wir mehr nicht bekommen.

Wenn wir uns nicht dafür einsetzen. Mutterschaft ist eine einsame Sache. Was wir ändern können, wenn wir Frauen mehr Zusammenhalt aufbauen, unsere Netzwerke stärken und uns nicht mehr vom patriarchalen System dazu bringen lassen, uns als Konkurrentinnen zu sehen. Wenn wir ehrlich darüber sprechen wie anstrengend Mutterschaft sein kann und nicht so tun, als sei es ein leichtes, ein Kind zu begleiten, den Haushalt zu schmeißen und Karriere zu machen. Es bedeutet nicht, dass wir unsere Kinder weniger lieben.

Ich wünsche allen Müttern, all denen, die gerne Mütter wären, es aber nicht sein können, allen Müttern mit Sternenkindern, allen Mutterlosen, allen mit schwierigen Beziehungen zu ihren Müttern oder Kindern, einen wunderschönen Sonntag. Seid gut zu euch!