16.09.21

Backlist lesen | September 2021



Während der #dickebüchercamp Monate hat das Backlist lesen etwas pausiert. Wenn ich es genau nehme, nicht ganz, denn mit "Ich bin Circe" hat es in diesem Jahr ein Backlist Titel in meinen Camp Koffer geschafft. 

In diesem Jahr möchte ich mir keinen Lesestress machen, sondern ganz entspannt gute Bücher entdecken. 

Für den September habe ich mein Regal dann wieder durchforstet und ältere Titel dort rausgenommen, um den Fokus nicht nur auf Neuerscheinungen zu setzen.




"Wie man die Zeit anhält" | Matt Haig

Im Regal, weil...

...ich alle Bücher von Matt Haig lese.

Handelt von...

...einem Geschichtsprofessor, der schon 400 Jahre alt und sehr einsam ist. Doch dann kommt Camille.

Möchte ich lesen, weil...

...ich immer wieder begeistert bin von der Perspektive Haigs auf das Zusammenleben der Mensch und weil "Wie man die Zeit anhält" sicher auch eine sehr rührende Geschichte sein wird.




"Die Pferde von Eldenau. Donnernde Hufe" | Theresa Czerny

 Im Regal, weil...

... es der dritte Band der "Die Pferde von Eldenau"-Reihe ist.

Handelt von...

...Frida und Jannis, die gemeinsam Schwierigkeiten meistern. Dabei handelt es sich meist um Pferdethemen, aber nicht nur.

Möchte ich lesen, weil...

...ich die ersten beiden Bände bereits mit großer Freude verschlungen habe. Theresa Czerny schreibt gute Geschichten und Frida und Jannis sind mir bereits sehr ans Herz gewachsen.




"Die goldene Stadt" | Sabrina Janesch

 Im Regal, weil...

...Sabrina Janesch eine großartige Autorin ist.

Handelt von...

...einem Abenteuer im Spanisch-Amerikanischen Krieg.

Möchte ich lesen, weil...

...mich Sabrina Janesch bereits mehrfach begeistern konnte und ich sehr gespannt bin, wie sie solch eine Abenteuer Geschichte umsetzt. Außerdem interessiere ich mich für die historischen Themen, die darin verarbeitet werden.




Kennst du eins der Bücher? Hast es gelesen oder im Regal stehen?

15.09.21

[Waldrauschen] Kennst du deine inneren Antreiber?





Hast du dich schon mal mit deiner eigenen Sozialisierung beschäftigt? Mit den Glaubenssätzen, die dich begleiten, weil du sie von Menschen aus deiner Umgebung, Menschen, die dir nahe stehen, übernommen hast? Innere Antreiber genannt, weil sie so fest in dir verankert sind, dass sie dein Denken und Handeln bestimmen?

Bei mir kreisen die Gedanken in letzter Zeit sehr viel um dieses Thema. Ausschlaggebend dafür waren drei Punkte:

  • ein Konflikt, der mich mehr beschäftigte, als er eigentlich sollte und ich mich fragte, warum das so ist.

  • der Fantasyroman “Anarchie Deco” von Judith und Christian Vogt, der das Schubladendenken betont

  • die Arbeit mit “Der Weg des Künstlers” von Julia Cameron und


Warum haben mich ausgerechnet diese Situationen angestoßen?


Bei dem Konflikt, handelte es sich um einen Konflikt mit einer Person, die mir eigentlich nicht nahe steht und auch meinen Alltag in keinster Weise beeinflusst. Also kann es mir ja egal sein, ob er besteht oder nicht. Aber irgendwas an der Situation hat mich sehr eingenommen, sehr festgehalten und durcheinander gewirbelt und ich habe mich gefragt, warum das so ist. Ich möchte mich damit auseinander setzen, um es be- und verarbeiten zu können. Um aus der Situation herauszukommen. Damit übernehme ich Verantwortung und komme wieder in ein selbstbestimmtes Handeln hinein. Den Grund dafür habe ich (glaube ich) tatsächlich gefunden und er rührt von einem sehr fest verankerten Glaubenssatz. Ja, wenn nicht sogar aus einem ganzen Strauß an Glaubenssätzen.


Judith und Christian sprechen im Roman, der in den 20ern des letzten Jahrhunderts spielt, soziale Ungleichheiten an, feministische und rassistische Themen, rütteln am Weltbild der Menschen dieser Zeit. Es wird sehr viel in Schubladen gedacht. Ich erwische mich selbst, dass ich sehr häufig zuerst in Schubladen denke. Ich glaube nicht, dass ich im Prinzip intolerant gegenüber den Menschen bin, die ich da einsortiere, aber diese allerersten Gedanken, die ich hege, die sind irgendwann mal tief in mir verankert worden.


Julie Cameron möchte, dass ich mich mit den Glaubenssätzen der Vergangenheit auseinandersetze, um herauszufinden, wer oder was mich in meiner kreativen Arbeit blockiert, was mich innerlich antreibt. Das ist ein längerer, aber auch sehr spannender Prozess, an dem ich bereits sehr gewachsen bin.


Die für mich wichtigste Erkenntnis ist, dass ich niemandem die Schuld geben muss für diese Glaubenssätze. Weil ich die Menschen, die mich in der Vergangenheit beeinflusst haben, zum größten Teil liebe und wertschätze, war es für mich immer ein Problem diese Anker, die sie bei mir gesetzt haben, bei ihnen zu suchen. Ich wollte ihnen nicht die Schuld in die Schuhe schieben, ihnen nicht die Verantwortung dafür überlassen. Die Verantwortung jedoch liegt bei mir, denn ich habe diese Glaubenssätze zwar nicht bei mir eingepflanzt, aber ich bin diejenige, die sie wieder entfernen kann. 


Kennst du die Glaubenssätze, die bei dir verwurzelt wurden?





Falls du mehr über (deine) innere Antreiber erfahren willst, schreib mich gerne an. nanni.eppner@gmx.de


13.09.21

Victor Flec 01. Jagd durch die Stadt der Geister | Angela Kirchner



 

Geister, Gangster und ganz viel Humor: Ein spannendes Abenteuer in einer originellen Geisterwelt mit zwei unvergesslichen jungen Helden. Ab 10 Jahren.
Victor Flec hat Glück: Er lebt in einer der wenigen Städte, die ein echtes Ghostend, also ein Geisterviertel, besitzen! Und seine Freundin Ciel Moon ist sogar unter den Geistern aufgewachsen. Mit den Spukgestalten aus Filmen haben die zwar nichts zu tun, aber Victor findet sie irre aufregend. Zu aufregend vielleicht? Denn leider kommt er ausgerechnet dem berüchtigten Gangster-Geist Lex Cordicio in die Quere und muss nun einen mysteriösen Auftrag für ihn erledigen. Bald wird klar: Nicht nur Vic ist in Gefahr, sondern die ganze Welt …
(Text & Cover: © Fischerverlage; Foto: © N. Eppner)

Es war so eine Freude "Victor Flec. Jagd durch die Stadt der Geister" zu lesen und ich wünsche mir sehr, dass es von ganz, ganz vielen kleinen und großen Leserinnen und Lesern gelesen wird.

Victor Flec ist ein sehr tolpatschiger Junge. So sehr, dass er von seinen Eltern einen Schutzanzug bekommen hat, um sich nicht ständig zu verletzen. Seine Anzahl an Freunden ist überschaubar. Seit einiger Zeit trifft er sich mit Ciel, die eine ziemlich berühmte Großmutter hat und ne richtg coole Socke ist. Ciel ist unter Geistern aufgewachsen. In Ghostend, einem echten Geisterviertel, in dem Victor seit kurzem einen Nebenjob bei einem Antiquitätenhändler-Geist hat. Als er auf dem Weg zur Arbeit über Lex Cordicio stolpert, gerät sein Leben ganz schön durcheinander...

Das coolste am Roman (der eigentlich durchweg so richtig, richtig cool ist) sind seine Figuren. Angefangen bei Victor, der so liebenswert tolpatschig und sehr klug ist, über eine Hexengehilfin und einen Gangstersohn, bis hin zu Ciel Moon, die so großartig ist in ihrer frechen und mutigen Art (sie hat ein bisschen was von Pippi und Ronja und ist dabei so individuell, dass sie einfach nur ein mega Idolcharakter für alle Leserinnen ist). 

Sowohl bei den Charakteren, als auch der Handlung lässt Angela Kirchner ihrer Fantasie ihren Lauf. Die kennt scheinbar keine Grenzen. Ist ideenreich und bunt.

Von der Sprache bin ich sehr angetan. Ich lese gerne Kinderbücher, bin aber häufig gelangweilt, weil die Schreibe so banal ist. Angela fordert ihre Zielgruppe und kann damit auch sehr gut erwachsene Leser:innen erreichen. Nichts ist vorhersehbar und kurz vorm Ende gibt es nochmal...ach, am besten liest du das selbst.

Ganz große Leseempfehlung für Victor Flec, das mich mit wunderbaren, kreativen Ideen, Spannungen, einer richtig guten Schreibe und so liebenswerten Charakteren absolut begeistern konnte. Zum Glück ist der zweite Band schon in der Mache.


Buchinfo:

336 Seiten
Hardcover 15,00 €


Rezensionen: © 2021, Nanni Eppner



03.09.21

Monatsrückblick | August 21




Der verregnete August ist nun auch vorüber und verabschiedet sich mit sonnigem Wetter in den September, der für mich einer der schönsten Monate des Jahres ist. Den Übergang von Sommer in Herbst mag ich so sehr. Wenn die Luft sich verändert und der Morgen klar und frisch ist, wenn die Bäume langsam ihr buntes Kleid annehmen und die Tiere beginnen sich für den Winter zu rüsten. Auch im Haus wird es kuscheliger und gemütlicher und eigentlich ist der Herbst ja die perfekte Zeit, um ausgiebig zu lesen. Magst du den Herbst auch so sehr?

Der August begann für uns spannend mit dem Geburtstag des Räubermädchens, meiner zweiten Impfung, die mich eine komplette Nacht hat steil gehen lassen (so muss es sich anfühlen, wenn man aufputschende Drogen nimmt), und der Tatsache, dass die Kleine nun auch ein Kindergartenkind ist. Und was für eins. Es vergeht kein Tag, an dem sie nicht fragt, ob sie in den Kindergarten gehen darf. 



Im August waren wir endlich mal wieder wandern und haben einen tollen Achtsamkeitspfad erkundet. Ich hatte meine ersten Einheiten der Tiergestützten Intervention mit Kindern und Jugendlichen (endlich!) und bin mal wieder nach Feierabend in der Buchhandlung gewesen, um dort in Ruhe mit zwei Freundinnen zu stöbern. 

Im Stall gab es im August eine schlechte Nachricht. Eine sehr ansteckende Erkrankung der Atemwege ist ausgebrochen. Zum Glück scheint der Verlauf bei uns eher mild und Pepper ist auch schon auf dem Weg der Besserung, aber es ist verbunden mit einer langen Ruhezeit der Pferde und es ist tatsächlich so ansteckend, dass wir es über Kleidung und andere Oberflächen weitertragen können. Das erfordert besondere Vorsicht und Treffen mit Freundinnen, die Pferde in anderen Ställen haben, fallen derzeit erstmal aus. Emma ist ja seit Juni bei meinem Papa im Stall und dadurch nicht betroffen. Aktuell warten wir auf die Ergebnisse der Trächtigkeitsuntersuchung, die hoffentlich positiv ausfällt.

Wie war dein August? Eher ereignisreich? Schön? Entspannt? Stressig? Voranbringend? Kreativ? Oder hast du es mal langsamer angehen lassen?


August:


48) "Ich bin Circe" | Madeline Miller | Ü: Frauke Brodd | Eisele
49) "Power" | Verena Güntner | Penguin
50) "Ungezähmt" | Glennon Doyle | Ü: Sabine Längsfeld | Rowohlt
51) "Die Highlanderin" | Eva Fellner | Aufbau
52) "Besser fühlen" | Dr. Leon Windscheid | Rowohlt
53) "Der Orden des geheimen Baumes. Die Königin" | Samantha Shannon | Ü: Wolfgang Thon | Penhaligon
54) "Gestüt Sommerroth. Emilies Weg" | Bianca Elliot | Tinte & Feder
55) "Ein ganzes Leben lang" | Rosie Walsh | Goldmann
56) "Verzweiflungstaten" | Megan Nolan | Ü: Lisa Kögeböhn | Aufbau Blumenbar
57) "Mamma Carlotta Bd. 12: Wellenbrecher" | Gisa Pauly | Sprecherin: Christiane Blumhoff | Osterwold Audio





Der Leseaugust war geprägt von dicken Büchern, denn auch der August war noch Bestandteil des #dickebüchercamps (mehr dazu im Abschlussbericht). 

Alles in allem war es ein sehr positiver Lesemonat. Am spannendsten waren die Bücher "Der Orden des geheimen Baumes. Die Königin" und "Gestüt Sommerroth. Emilies Weg", beides zweite Teile von Dilogien, und "Ein ganzes Leben lang", das eine Geschichte voller Geheimnisse erzählt und ein sehr kurzweiliger Schmöker ist.

"Ich bin Circe" hat ja gefühlt schon Jede:r gelesen. Es ist ein super interessanter und toll in Romanform gefasster Ausflug in die griechische Mytholigie, für die ich mich früher mal sehr interessierte. Ich traf einige alte Bekannte.

"Power" ist das Buch aus dem vergangenen Instagram Lesekreis. Es ist sehr fesselnd und aufreibend, aber nicht zu 100% gehe ich mit dem mit, was die Autorin versucht zu vermitteln oder zu kritisieren. Das Ende fand ich etwas abrupt und schwach.

Mit "Ungezähmt" und "Besser fühlen" las ich zwei Sachbücher. Zu "Ungezähmt" gibt es ja so einen kleinen Hype, weil es auch das Lesekreisbuch des Reese Witherspoon Lesekreises war. Ich habe mir viele gute Denkanstöße aus der Lebensgeschichte von Glennon Doyle mitgenommen, finde sie aber häufig sehr radikal in ihrem Denken und glaube, dass es ein bisschen damit zu tun hat, dass Menschen in der USA mit einer anderen Denkweise aufwachsen, als wir (korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege). Zu "Besser fühlen" wird es bald eine ausführliche Rezi geben. Autor Dr. Leon Windscheid beschäftigt sich mit verschiedenen Gefühlen wie Wut, Trauer, Mitgefühl, aber auch mit Hunger oder Langeweile. Eine Leseempfehlung, die mich neugierig darauf macht mehr zu den einzelnen Themen, die im Buch angeschnitten werden, zu erfahren.

"Die Highlanderin" ist ganz unterhaltsam und locker geschrieben, reicht aber nicht an andere historische Romane heran, die ich zu meinen Lieblingsbüchern zähle.

"Verzweiflungstaten" ist sprachlich ganz großartig. Der Inhalt ist teilweise schwer verdaulich, denn das was die Protagonistin aufgrund einer toxischen Beziehung und erlernten Handlungsstrukturen aufgrund von Ablehnung und Demut alles macht, ist realistisch nicht nachvollziehbar, aber dennoch authentisch, denn genau das kann in giftigen Abhängigkeiten passieren. Dennoch fehlt es mir ein wenig an Tiefe, um es zum Monatshighlight zu machen. Ich hätte mir gewünscht, dass es mich unter der Haut packt und aufreißt, Emotionen aus mir herausholt. Das hat Nolan bei anderen Leser:innen wohl geschafft, bei mir ist es leider nicht passiert.

Wie war dein Lesemonat August? Welches Buch war dein Highlight? Welches konnte dich unerwartet begeistern? Von welchem hast du dir mehr versprochen?

Hier zeige ich dir, welche Bücher in den letzten drei Monaten bei mir eingezogen sind.

Im August:

...wurde ein Pippi Langstrumpf Geburtstag gefeiert



...waren wir im Maislabyrinth...


...und Bücher shoppen.


...schaukelten wir im Wald...



...und ernteten die letzten kläglichen Reste Gemüse aus unserem Garten.



...ist es mir endlich gelungen ein gutes Makro Bild von einer Biene zu fotografieren



...spazierten wir abends zu einem Aussichtsturm...


...und besuchten endlich mal wieder Oma Heide, die nicht unsere echte Oma ist, sondern meine Großtante und die Mutter vom Patenonkel. Ich sag euch, wir haben geweint vor Freude.


 
Komm gut in den September und habs fein.

01.09.21

[Räuberkinder] Mach doch einfach mal was ich sage...





Wie praktisch wäre es, wenn die Kinder einfach mal ruhig sitzen bleiben würden, wenn es mal wieder länger dauert.

Wenn sie alles aufessen würden, was sie heute nicht wollen.

Wenn sie nach einem anstrengenden Tag nicht rummeckern würden.

Wenn sie übermüdet einfach einschlafen und morgens das anziehen würden was wir Eltern aussuchen.

Wenn sie meinen Essensgeschmack übernehmen und einfach das essen würden, was auf den Tisch kommt.

Wenn sie nicht rummeckern würden, wenn die Freundin doch nicht zu Besuch kommen kann, weil wir einkaufen gehen.

Wenn sie einfach aufhören würden zu weinen, wenn ich das sage.

Wenn sie sich auf neue Abläufe einfach so einlassen würden, ohne sie zu hinterfragen.


Ich hoffe all diese Anforderungen, die wir oft an unsere Kinder haben, stellt niemand an mich. Ich könnte sie nicht erfüllen.

31.08.21

#dickebüchercamp 2021 - Abschlussbericht





Und schon schließt auch das #dickebüchercamp21 wieder seine Tore. 

Während sich der Outdoor Sommer eher so semi toll gestaltete, war der Lesesommer doch sehr erfolgreich. Wenn ich den Juli und August mit den Leselisten der letzten Jahre vergleiche, war das schlechte Wetter möglicherweise Grund dafür, dass in diesem Jahr so viel gelesen wurde.

Ganze 8 dicke Schinken las ich während der letzten beiden Monate. Persönlicher Rekord im #dickebüchercamp, wobei das natürlich nicht das Ziel ist, das ich anstrebe. Gute Geschichten zu entdecken ist das, was ich mir wünsche. 

Dieser Wunsch ging definitiv in Erfüllung. So viele gute Romane verschiedener Genres zeugen davon, dass es vor allem die Community ist, die das #dickebüchercamp bzw. mein Bloggerinnen-Leseleben ausmacht. Fast alle der gelesenen Bücher sind Empfehlungen, die ich im Vorfeld auf meinem SuB sammelte. 

Da alle Bücher unterschiedlichen Inhalts sind, sowohl thematisch, als auch sprachlich, kann ich gar kein wirkliches Highlight ausmachen. Einzig "Die Highlanderin" ist etwas schwächer als ihre Campgefährtinnen und -gefährten. Für alle Bücher möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen.

Hast du am #dickebüchercamp teilgenommen? Hast du schon eins der gezeigten Bücher gelesen oder hat eins davon dein Interesse geweckt?

27.08.21

Der Orden des geheimen Baumes | Samantha Shannon

 



Klappentext "Die Magierin":
In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten …
(Text & Cover: © Randomhouse; Foto: © N. Eppner)


"Der Orden des geheimen Baumes" ist ein absolutes Highlight im Bereich der High Fantasy. Samantha Shannon kreiert eine spannende neue Welt, die beherrscht wird vom Fanatismus verschiedener Glaubenszugehörigkeiten, und eine Protagonistin, die in ihrer Heldenhaftigkeit eine Figur mit Suchtpotenzial ist.

Der Originaltitel "The Priory Of The Orange Tree" ist in einer Ausgabe erschienen und wurde für den deutschen Markt in zwei Titel geteilt. Ich kann dir nur raten direkt beide zu kaufen, denn nach Band 1 "Die Magierin" möchtest du definitiv wissen, wie es weitergeht. In meiner Rezension fasse ich meine Meinung zu beiden Büchern zusammen.

Der Einstieg in die Geschichte ist nicht ganz leicht. In jedem Kapitel werden dir neue Charaktere um die Ohren geworfen. Die vielen Namen zu merken war für mich etwas schwierig, aber obwohl ich nicht viel Lesezeit zur Verfügung hatte und immer nur Häppchenweise lesen konnte, fühlte ich mich von Anfang an von Eadaz, Tané, Sabran, Niclays und Loth in Bann gezogen. Eine Karte und ein Personenregister begleiten den Roman und verhelfen zu einer besseren Übersicht.

Über viele Generationen herrschen Königinnen über das Reich Inys. So auch Sabran, eine von vielen in ihrer Familie, die den Thron von der Mutter übernommen hat. Sie ist für den Fortbestand ihres Geschlechts zuständig. Bricht die Reihe der Königinnen ab, wird ein bösartiger Drache auferstehen und die Herrschaft übernehmen. Ihr zur Seite gestellt ist eine Magierin, die zu Schutz der Königin ausgebildet wurde und im Schatten jeglichen Wissens darüber die Fäden zieht und Assassinen beseitigt, bevor sie Sabran auch nur zu Nahe treten können. Ein Angriff von als Wyrm bezeichneten Drachen verändert alle Pläne.

In einem anderen Teil der Welt haben Drachen einen ganz anderen Stellenwert. Sie werden verehrt und als Partner für die dortige Armee ausgebildet. Gegensätzliche Weltanschauungen, die bisher zu einer Spaltung der Welt kamen. Um die Auferstehung des Einen zu verhindern werden sie zusammen arbeiten müssen. Doch die Kluft zwischen ihnen ist so groß, dass es fraglich bleibt, ob dieses Ziel am Ende erreicht werden kann.

Die Schreibe Shannons ist fantastisch. Spannend, fantasievoll, ideenreich und flüssig. Trotz der komplexen Ideen verstrickt sie sich nicht in ihre Gedanken und überrascht mich immer wieder mit Handlungen, die ich nicht vorausahnen konnte. Mit ihren Figuren ist sie nicht zimperlich. Manches Mal litt ich mit, wenn der Tod eines geliebten Menschen beweint und tiefe Wunden geschlagen wurden. Shannon stellt die großen Frage danach, ob es nicht mehr gibt, das die Menschen ihrer (oder vielleicht ach unserer) Welt eint, als dass sie durch Unterschiede getrennt werden.

Eine große Leseempfehlung für Shannons spannenden Fantasyepos "Der Orden des geheimen Baumes".


Buchinfo:

Penhaligon (2020)
544 Seiten
Hardcover jeweils 20,00 €
Übersetzung: Wolfgang Thon


Rezensionen: © 2021, Nanni Eppner