15.06.21

Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid - Alena Schröder





 

In Berlin tobt das Leben, nur die 27-jährige Hannah spürt, dass ihres noch nicht angefangen hat. Ihre Großmutter Evelyn hingegen kann nach beinahe hundert Jahren das Ende kaum erwarten. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen. Warum weiß Hannah nichts von der jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?

Die Spur der Bilder führt zurück in die 20er Jahre, zu einem eigensinnigen Mädchen. Gefangen in einer Ehe mit einem hochdekorierten Fliegerhelden, lässt Senta alles zurück, um frei zu sein. Doch es brechen dunkle Zeiten an.
(Text & Cover: ©dtv; Foto: ©N. Eppner)

Auf den ersten Blick sprach mich "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" gar nicht so an, weil ich in der letzten Zeit viele Bücher zum Thema Zweiter Weltkrieg gelesen habe, aber dann sah ich die Buchpremiere mit der Autorin und Buchhändlerin Sarah Reul auf Instagram und war begeistert vom Buch und der Autorin. Alena Schröder geht ganz anders an die Geschichte heran, als ich es bisher kannte. Weniger romantisiert, weniger pathetisch, viel mehr den einzelnen Menschen im Blick haltend, den Fokus auf Einzelschicksale richtend. Vielleicht ist es ihr Hintergrund als Journalistin, der sie bei jeder Figur so in die Tiefe gehen lässt.

Erzählt wird der Roman auf zwei Ebenen. Wir begleiten die 27-jährige Hannah, die sich gerade irgendwie in der Schwebe befindet. Stehend im Prozess des Lebens. Angefangene Doktorarbeit, Affäre mit dem verheirateten Doktorvater, schwierige familiäre Vergangenheit und Oma Evelyn im Altersheim. Als ein Brief aus Israel eintrifft, versucht sie die Geheimnisse von Evelyns Kindheit und Jugend zu ergründen. Mehr zu erfahren über deren Mutter, die tot geschwiegen wird. Doch Evelyn, die als junge Frau selbstständig sein und Kampfgeist beweisen musste, ist ein harter Brocken. Sie möchte die Vergangenheit ruhen lassen, die nun eh nicht mehr zu ändern ist, und den Schmerz nicht wieder aufbrechen lassen.

"Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" ist so spannend geschrieben, dass ich es innerhalb von zwei Tagen durchlas. Es sind vor allem die Figuren, denen Schröder mich so nahe bringen konnte, die mich fesselten. Aber auch die Gedanken, die von der Autorin angestoßen wurde. Immer wieder das was wir seit Generationen in uns tragen, das uns beeinflusst, ohne dass wir vielleicht davon wissen. Gerade die Kriegskinder und -enkel tragen oftmals schwere Lasten auf sich. Bedingt durch erschütternde Erlebnisse, aber auch durch die Konventionen, Leitlinien und Denkweisen ihrer Zeit. Die Trennung von einem Fliegerhelden war eine unverzeihliche Handlung.

Schröder fordert auf eigene Denkmuster zu hinterfragen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach Gut und Böse. Ist es gut ein Kind ohne Mutter zu versorgen? Oder ist es böse gleichzeitig ein ganzes Volk zu hassen? Ist es Böse das eigene Kind zurückzulassen oder gut eigene Bedürfnisse und Nöte zu erkennen? Gerade in Bezug auf den Nationalsozialismus ist die Frage nach Gut und Böse etwas, das ganze Generationen beschäftigt und belastet.

Alena Schröders Schreibe hat mich so sehr abgeholt. Der Ernst, mit dem sie Hannahs Krise behandelt, und natürlich ihre Lebensgeschichte aufarbeitet, aber auch der ironisch trockene Humor, mit denen sie über andere Figuren schreibt. Wie sie jedem Charakter einen eigenen Ton verleiht, der dynamisch ist und zu Situation und Veränderung der Perspektiven passt. 

Eine große Leseempfehlung für "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid.


Buchinfo:

Hardcover 22,00 €
368 Seiten


Rezensionen: ©2021, Nanni Eppner

11.06.21

Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte | T. J. Klune



 

Linus Baker ist ein vorbildlicher Beamter. Seit Jahrzehnten arbeitet er in der Sonderabteilung des Jugendamtes, die für das Wohlergehen magisch begabter Kinder und Jugendlicher zuständig ist. Nie war er auch nur einen Tag krank, und das Regelwerk der Behörde ist seine Gute-Nacht-Lektüre. Linus' eintöniges Dasein ändert sich schlagartig, als er auf eine geheime Mission geschickt wird. Er soll das Waisenhaus eines gewissen Mr. Parnassus', das sich auf einer abgelegenen Insel befindet, genauer unter die Lupe nehmen. Kaum dort angekommen, stellt Linus fest, dass Mr. Parnassus' Schützlinge eher etwas speziell sind – einer von ihnen ist möglicherweise sogar der Sohn des Teufels! In diesem Heim kommt Linus mit seinem Regelwerk und seiner Vorliebe für Vorschriften nicht weit, das merkt er schnell. Eher widerwillig lässt er sich auf dieses magische Abenteuer ein, das ihn auf der Insel erwartet, und erfährt dabei die größte Überraschung seines Lebens ...
(Text & Cover: ©Heyne; Foto: ©N. Eppner)

Don't judge a book by it's cover... das hat mir der Heyne Verlag eindrücklich bewiesen. Ich wollte Mr. Parnassus nämlich ursprünglich überhaupt nicht lesen, weil ich das Cover nicht mochte und ganz oberflächlich davon ausging, dass es deshalb keine gute Geschichte sei. Was hätte ich nur verpasst!! Glücklicherweise konnten mich einige Blogger:innen davon überzeugen, dass es ein absolutes Highlight ist. Dem kann ich absolut zustimmen.

Ich glaube ich habe noch keine Geschichte aus dem Fantasygenre gelesen, die so herzig ist. Von den Charakteren über das Setting bis hin zur Handlung ist einfach alles liebenswert. 

Linus Baker lebt seit Jahren nur für seinen Job. Er hält sich an alle Regeln und Vorschriften (davon gibt es ziemlich viele) und führt seine Arbeit sehr gewissenhaft aus. In seiner Tätigkeit als Prüfer von Heimen für magische Kinder und Jugendliche trägt er eine große Verantwortung für das Wohlergehen des magischen Nachwuchses, der sicherheitshalber in Heimen untergebracht ist, um die normalen Mitmenschen nicht zu gefährden. 

Für Linus Baker eine ernste Angelegenheit, für mich als Leserin so absurd, dass ich ihn schütteln und aufwecken möchte. Linus, siehst du denn nicht, dass es rassistische Handlungen übelster Sorte sind? Eine sehr ernste Thematik, die mir während des Lesens durchaus bewusst ist und von Klunes sarkastischem Unterton untermalt wird. Und trotzdem ist die Geschichte von einem tollen Humor und Herzlichkeit gezeichnet.

Als Linus Baker einen Sonderauftrag auf einer abgelegenen Insel erfüllen soll, trifft er auf magische Begabte der ganz besonderen Sorte. Unter ihnen der Sohn des Teufels, der Baker in regelmäßigen Abständen mit dem Höllenfeuer bedroht. Betreut werden die Kinder von Arthur Parnassus, einem so unglaublich sympathischen Pädagogen, der sein Herz öffnet für diejenigen, die Ablehnung erfahren. Die Bewohner des Heims sind zwar anders, als ihre Mitmenschen, aber es sind Kinder. Mit den gleichen Bedürfnissen und Ängsten, die alle Kinder haben.

Liebevoll, klug und sehr charmant schreibt Klune die Geschichte von Linus Baker, der in seinem Alltagstrott die wichtigen Dinge und vor allem sich selbst aus den Augen verloren hat. Er erkrankt am System, am Wunsch nach Leistung und Anerkennung und begegnet zum ersten Mal in seinem Leben etwas, das wohl als Hass bezeichnet werden kann. Aber auch der bedingungslosen Zuneigung, der Kraft der Freundschaft, des Miteinanders und der Fähigkeit offen und ohne Vorurteile auf andere zuzugehen. 

"Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" ist watteweich und öffnet trotzdem die Augen für ein ernstes Thema. Auch, wenn ich nicht nur Wohlfühlgeschichten lesen könnte, ist Klunes Roman perfekt und holt mich (sozusagen als ehemalige Kollegin von Linus Baker) mit einer humorvollen Schreibe, absolut liebenswerten, aber ausgefallenen Charakteren und einer richtig guten Message total ab.


Buchinfo:

Heyne (2021)
480 Seiten
Paperback 14,99 €
Übersetzung: Charlotte Lungstrass-Kapfer


Rezensionen: © 2021, Nanni Eppner

07.06.21

Das Licht vergangener Tage | Nikoletta Kiss




Nichts kann uns aufhalten.

Budapest 1949: Als sich István und Rebeka das erste Mal begegnen, fühlen sie sich trotz ihrer Gegensätzlichkeit sofort zueinander hingezogen. Der mittellose Kunststudent schert sich nicht um gesellschaftliche Konventionen oder die Spielregeln des Kunstbetriebs. Sie hingegen kommt aus gutem Hause und träumt von einer glamourösen Karriere als Theaterschauspielerin. Doch dann überschlagen sich die politischen Ereignisse im sozialistischen Ungarn, und plötzlich geht es nicht mehr um arm und reich, sondern vielmehr um Leben und Tod …

Berlin 2017: Die junge Galeristin Anna kann ihr Glück kaum fassen, als ein Nachlassverwalter ihr ein kostbares Porträt eines namhaften ungarischen Malers übermittelt. Das Bild hat mehr mit ihr selbst und ihrer Familie zu tun, als Anna zunächst ahnt.
(Text & Cover: © Heyne; Foto: © N. Eppner)


Ich mag Familiengeschichten, die eine Verbindung über mehrere Generationen schaffen. Im Leben ist es oft so, dass es Wiederholungen in der Vita verwandter Personen gibt. Auch, wenn diese sich nicht gekannt haben bzw. wenn es keine Sozialisierung durch die ältere der beiden Personen gab. Manchmal liegt die Verbindung in den Genen, lässt sich ganz klar auf die DNA zurückführen. Aber manchmal wiederholen sich Handlungsmuster auf unerklärliche Weise.

Anna, Galeristin und Kunstliebhaberin, lebt ihr Leben in recht geordneten Bahnen. Sie genießt die Tage, in denen sich alles um Kunst dreht, ebenso wie die Tage mit ihrem Liebsten, die aufgrund der Fernbeziehung eher seltener, dafür aber umso intensiver sind. Anna mag ihre Freiheit, die sie sich dank einer gewissen Struktur erarbeiten konnte. Doch dann gerät ihr Leben aus den Fugen. Durch Ereignisse in der Gegenwart, aber auch durch ein rätselhaftes Gemälde aus der Vergangenheit, das eine Verbindung schafft zwischen dem was ist und dem was war.

Rebeka kommt aus gutem Hause. Ist wohlerzogen und strebt eine Karriere als Schauspielerin an, der dank der Verbindungen des angesehenen Vaters nichts im Wege zu stehen scheint. Doch dann ändert sich die politische Situation. Ihr Vater wird enteignet, er und Rebeka müssen innerhalb kürzester Zeit all ihr Hab und Gut hinter sich lassen. Rebeka bittet die zwei Männer um Hilfe, die in ihrem Leben eine wichtige Rolle spielen. Doch nur einer der beiden steht zu ihr...

Es war für mich etwas schwierig in die Geschichte hineinzufinden. Ich hatte das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse fehlen über die Historie Ungarns, dass ich gar nicht so genau weiß in welcher Situation die Figuren sich befanden. Nach einer Weile konnte mich das Geschehen dann aber doch noch mitziehen. So wie alle Romane, die in der Zeit um den Zweiten Weltkrieg spielen, trifft mich auch Nikoletta Kiss mit der Schwere, die diesem Jahrzehnt nachhängt. Willkür und Unmenschlichkeit, die auch in diesem Roman gezeichnet werden. Niemand bleibt verschont von dem was einst war.

Hier und da fühlte sich "Das Licht vergangener Tage" holprig an, was sicher auch am Thema liegt, aber auch an der Distanz, die zwischen mir und den Figuren lag und nicht so recht überwunden werden konnte. 


Buchinfo:

Heyne (Oktober 2019)
448 Seiten
Paperback 12,99 €


Rezensionen: © 2021, Nanni Eppner


01.06.21

Monatsrückblick | Mai 2021




Der Mai war ein guter Monat. Vielleicht, weil ich ihm jedes Jahr mit mehr Wohlwollen begegne, als den anderen Monaten, vielleicht aber auch, weil er wirklich gut war. Trotz Regen, trotz kühler Temperaturen, trotz Erkältung während der letzten Maitage. Das alles vergesse ich, wenn ich daran denke, welche guten Dinge der Mai mir mitgebracht hat.

Im Mai hatte ich ein Gespräch bei meinem Arbeitgeber (zur Erinnerung: ich bin bei einem soialen Träger für stationäre Jugendhilfe angestellt, bin in Elternzeit und arbeite während dieser Zeit als Reitlehrerin (Memo an mich: endlich mal eine Über mich Rubrik erstellen)). Grundlage des Gesprächs sollte mein Wiedereinstieg nach der Elternzeit sein. Diese läuft noch bis Ende Juli 2021. Vor der Geburt der Kinder arbeitete ich im 24h Dienst in einer Mädchenintensivgruppe. Die Arbeit an sich mag ich sehr, aber 24h Dienste kann ich mir jetzt mit eigenen Kindern nicht mehr vorstellen. Lange Rede, kurzer Sinn: während meiner Elternzeit konnte der Verein, der Träger unserer Arbeit ist, ein Zentrum für Tiergestützte Therapie aufbauen. Das ist ein Bauernhof mit Pferden, Schweinen, Eseln und Kaninchen. Demnächst kommen auch noch Schafe dazu. Dort ist ab sofort einmal in der Woche mein Arbeitsplatz. Am Freitag geht es los und ich freu mich sehr. Die Kombination aus Jugendhilfearbeit und Tieren ist genau der Job, für den ich vor Jahren Sozial Pädagogik studierte. 




Der Mai ist der Geburtstagsmonat vom Mann und mir. Auch in diesem Jahr mussten wir noch unter Coronabedingungen feiern und haben deshalb niemanden eingeladen, sondern den Tag mit unseren Eltern verbracht. Aber wir hatten die beste Geburtstagsvorfeier seit langem. Eine meiner besten und langjährigsten Freundinnen, die ich im letzten Jahr viel zu wenig gesehen habe, ist spontan mit ihrem Lebensgefährten, der mit meinem Mann befreundet ist, vorbeigekommen und wir haben einfach beisammen (auseinander) gesessen und gequatscht, Pizza gegessen, frisch gezapftes Bier getrunken und ganz, ganz viel gelacht. Das war einfach so entspannt und so schön. Am Geburtstagsmorgen bin ich ausgeritten. Natürlich gehört Zeit mit Pepper zu meinen Geburtstagswünschen und glücklicherweise war uns auch das Wetter gewogen. 

Der Mai war ein großartiger Lesemonat. Ich habe so viele tolle Bücher gelesen und bin mit jedem einzelnen glücklich, auch wenn zwei Bücher dabei sind, denen ich nur 3 Sterne geben würde, hatte ich mit jeder Lektüre eine gute Lesezeit. Ich freue mich so, dass ich im Mai meine Tage wieder so strukturieren konnte, dass ich mir richtig viel Lesezeit einbauen konnte. Meistens ist das morgens von 5 bis 6. Dann ist es bei uns noch so schön ruhig, dass ich komplett ins Buch eintauchen kann. Handy und Tablet sind dann noch ausgeschaltet, die Familie schläft und ich kann so konzentriert lesen, dass ich auch viel effektiver lese. Etwas zu kurz gekommen sind Sachbücher. Das möchte ich im Juni wieder ändern. Während ich im Mai fast hauptsächlich Lust auf Unterhaltung, wegtauchen und Kraft spendende, erholsame Lesezeit hatte, bin ich jetzt wieder extrem hungrig Neues zu lernen. Dazu nutze ich zusätzlich zu Sachbüchern übrigens auch gerne Podcasts. Hörst du gerne Podcasts?




Mai:

28) "Der Wind singt unser Lied" | Meike Werkmeister | Goldmann
29) "Jaffa Road" | Daniel Speck | S. Fischerverlage
30) "Witchmark. Das Lied der Toten" | C. L. Polk | Übersetzung: Michelle Gyo | Hobbit Presse
31) "Die Geschichte von Kat und Easy" | Susann Pásztor | Kiepenheuer & Witsch
32) "Im Land der weißen Wolke" | Sarah Lark | Lübbe
33) "Wer ist Edward Moon?" | Sarah Crossan | Übersetzung: Cordula Setsman | Mixtvision
34) "Das Licht vergangener Tage" | Nikoletta Kiss | Heyne
35) "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" | T.J. Klune | Überstezung: Charlotte Lungstrass- Kapfer | Heyne
36) "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" | Alena Schröder | dtv

Gar nicht so einfach im Mai nur ein Monatshighlight zu benennen. Wirklich großartig aufgebaut, prosaisch geschrieben, voller Ehrlichkeit und Kritik am Rechtssystem der USA, mit einer sehr bewegenden Familiengeschichte ist "Wer ist Edward Moon?" von Sarah Crossan, das zu Recht den Preis der Jugendjury beim Jugendliterturpreis 2020 gewann.

Einiges über die Vergangenheit, den zweiten Weltkrieg, das Leben der Juden nach Ende des Kriegs, dem Leben in Palästina und Ungarn, habe ich in "Jaffa Road", "Das Licht vergangener Tage" und "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" gelernt. Wobei mir letzteres am besten gefallen hat, weil die Schreibe Schröders, die bereits mehrere Bücher veröffentlichte und als Redakteurin arbeitete, richtig, richtig gut ist.

Wenn du ein Buch suchst, das dich glücklich macht, dann lies "Mr. Parnassus' Heim für magisch Begabte" oder eins der Bücher von Meike Werkmeister. Sowohl Klune, als auch Werkmeister schreiben Geschichten, die für ein wohliges Gefühl im Bauch sorgen, aber auch daran erinnern, was wirklich wichtig ist im Leben. Wie schnell wir uns selbst aus den Augen verlieren und wie leicht es sein kann den eigenen Träumen und Sehnsüchten zu folgen. Klune gelingt es mühelos zu verzaubern und das Herz zu wärmen, wie es mir bei einem Fantasyroman bisher noch nicht begegnet ist.

An "Im Land der weißen Wolke", sowie "Witchmark" mochte ich zwar die Schreibe, aber Sarah Larks Geschichte ist mir viel zu seicht romantisch, um mich wirklich zu begeistern, war aber nette, lockere Unterhaltung, die ich weggesuchtet habe (war ein bisschen wie Neflixen) und Polk hat tolle Figuren erschaffen, aber es gab doch einige Längen, die damit nicht überspielt werden konnten.

Wie war dein Lesemonat Mai? Welches Buch war dein persönliches Highlight?

Für die kommenden Wochen habe ich mir wieder ein paar tolle Backlisttitel aus dem Regal gesucht und freue mich auf einige aktuelle Titel, die ich vor einiger Zeit shoppen konnte. Sehnsüchtig erwartet wird "Rule of Wolves" von Leigh Bardugo. Bis zum ET überbrücke ich die Zeit mit der Netflix Serie "Shadow and Bone", die im Grishaverse spielt und richtig toll umgesetzt wurde.



Im Mai:


...haben Pepper und ich uns an die nächste Leistungsklasse rangetraut...


...habe ich viele Blüten...


...und Blumen fotografiert.


...war ich Assistentin einer Profifotografin
(erinnerst du dich an das Ponyfohlen?)


...und nahm an einem Workshop zum Thema Glück teil.


...pusteten wir viele Pusteblumen...


...Kuchen gebacken...


...Kränzchen geflochten...


...Sträuße gesammelt...


...und einen neuen Nachbarn bekommen. Die Kinder durften einen
Namen aussuchen und haben sich für Flecki entschieden.

Komm gut in den neuen Monat und hab es fein.



Text & Fotos: © 2021, Nanni Eppner

Foto Ponyfamilie: © 2021, Steffi Böhme

29.05.21

Die Geschichte von Kat und Easy | Susann Pásztor





Vom Leben, wie es hätte sein können – und vom großen Glück, dass es anders gekommen ist als gedacht.
Sie sind nicht mehr die Teenager, deren Freundschaft vor einem halben Jahrhundert auf tragische Weise endete. Das wissen Kat und Easy, als sie sich auf Kreta treffen. Aber wer sind sie jetzt, und wer waren sie damals? 1973 wird ihr Jahr. Das schwört Kat ihrer Freundin Easy in der Silvesternacht, und nicht nur, weil sie bekifft sind. In den folgenden Monaten können sie viel von dem abhaken, was auf ihrer Liste steht. Sich zu verlieben, zum Beispiel. Unglücklicherweise in denselben Mann: Fripp arbeitet im Jugendzentrum, trägt karierte Hemden und kennt sich mit Hesse aus. Doch es ist nicht etwa die Eifersucht, die ihrer Freundschaft bald darauf ein jähes Ende setzt, sondern ein tragischer Unfall. Fast fünfzig Jahre später erhält Kat, die einen erfolgreichen Blog für Lebensberatung führt, eine Nachricht von Easy. In einem alten Haus an der Südküste Kretas treffen sie sich wieder und nehmen zwischen ausschweifenden Festen mit griechischen Nachbarn und rauschhaften Nächten am Strand das große Stück Leben in den Blick, das hinter ihnen liegt. Doch erst, als ein überraschender Besucher auf die Insel kommt, ist es ihnen möglich, sich der entscheidenden Frage zu stellen: Warum nur haben sie so unterschiedliche Erinnerungen an die Zeit mit Fripp? Mit einzigartigem Humor und psychologischer Scharfsicht erzählt Susann Pásztor von den wundervollen und schrecklichen Unwägbarkeiten des Lebens, und der Kunst, ihnen zu begegnen.
(Text & Cover: © Kiepenheuer & Witsch; Foto: © N. Eppner)

Beim Lesen von Susann Pásztors Roman "Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster" wusste ich, dass ich mehr von der Autorin lesen möchte. Es ist, als ob sie in eine Menschenmenge hinein geht, zwei oder mehrere Personen herausgreift und beginnt deren Lebensgeschichte aufzuschreiben. Es ist ihr Blick fürs Detail, für die kleinen Sehnsüchte, für die feinen Nuancen, die mich so begeistern. So, als könne sie den Menschen in die Seele schauen.

In ihrem Erzählstil kommt sie ganz ohne Action aus und weiß die kleinen Dinge des Alltags, die scheinbar banalen Abläufe des Lebens in Szene zu setzen. Clever, humorvoll, authentisch. 

"Die Geschichte von Kat und Easy" ist die Geschichte zweier Sommer. Schnittpunkte vieler Lebensgeschichten, die voneinander beeinflusst werden. In ihrer Jugend verbringen Kat und Easy, die bis dato noch Isi war, viel Zeit miteinander. Easy bewundert Kat. Ihre erwachsene Haltung, ihr Wissen darüber, wie das Leben so läuft. Kat bewundert Frippe. Möchte dazugehören und doch nicht. Individuell sein ist das non plus ultra. Gefallen wollen das, was tief drinnen der Antreiber ist. 

50 Jahre später treffen Kat und Easy wieder aufeinander. Easy hat ihre alte Freundin gesucht, hat sie nie vergessen, während Kat ihr Leben lebte, ohne einen Gedanken an Easy zu verschwenden. Doch jetzt sind sie beide da, auf dieser Insel in Griechenland, wo Easy scheinbar die Heimat gefunden hat, die sie jahrelang in Beziehungen suchte. Es ist ein Treffen zur Aufarbeitung dessen, was damals geschah. 1973, als viel zu viel gekifft wurde, Easy sich darin verlor erwachsen sein zu wollen und Kat in der Eloquenz Fripps. Dem jungen Mann, der ihrer beider Leben durcheinander wirbelte. 

Es hat etwas von Coming of Age, denn in meinem Bauch ist sofort dieses Gefühl des Erwachsen seins, das auch ich mit 15/16 hatte. Heute kann ich darüber lachen, früher wollte ich vor allem ernst genommen werden. Dazugehören, gefallen wollen. Den Freundinnen, denen, an denen wir unser Herz verloren, denen, von denen wir glaubten, dass wir ohne sie nicht leben könnten. In einer Zeit, in der wir von Theatralik und Sehnsüchten geleitet werden, gerieten Kat und Easy in eine Spirale, die sie fünfzig Jahre später noch begleitet.

Susann Pasztór springt zwischen den Zeiten. Erzählt mal aus den 70ern (in denen eindeutig zu viel gekifft wurde) und mal aus der Gegenwart. Ich weiß gar nicht, welche Ebene ich mehr mag. Beide faszinieren mich. Das Zusammenspiel beider Lebenszeiten ist es, was diese Geschichte so besonders, so fesselnd machen. Welche Abzweigungen im Leben sorgen dafür, dass wir dort landen, wo wir heute sind? Wie viel davon haben wir selbst in der Hand? Wo lassen wir uns mitreissen? Wo treiben? Belastet uns irgendwann ein "was wäre wenn?" oder gelingt es uns loszulassen? Abzuschließen? Zu verarbeiten?

Susann Pasztór hat mal wieder einen sehr klugen Roman geschrieben über eine Geschichte, die so tatsächlich hätte passiert sein können. Meiner Nachbarin, meiner Oma, der Mutter meiner besten Freundin. Eine Geschichte, die mich begeistert, mitnimmt, die mir Stoff zum Nachdenken bietet. Es lohnt sich sehr Kat und Easy kennenzulernen.


Buchinfo:

Kiepenheuer & Witsch (2021)
272 Seiten
Hardcover 


Rezensionen: © 2021, Nanni Eppner




27.05.21

Backlist lesen | Mai 2021




Im Mai habe ich so viel gelesen, aber immer noch einen Backlisttitel aus dem April übrig. Das hält mich natürlich nicht davon ab mir wieder drei neue Titel aus dem Regal zu schnappen. Bisher macht mir die Aktion richtig viel Spaß und ich entdecke immer wieder neue Schätze, die schon lange bei mir wohnen und trotzdem noch nicht zum Zuge kamen. 
Auf die Mai Mischung freue ich mich schon sehr. Ich glaube, dass es eine sehr gute Auswahl ist.




"Der nasse Fisch. Gereon Raths erster Fall" | Volker Kutscher

Im Regal, weil...

... es mal von einer Bloggerin, deren Leseempfehlungen ich gerne folgte, die Reihe sehr positiv besprochen hat. 

Handelt von...

...einem Kriminalfall im Berlin der 20er Jahre. Auftakt einer Reihe um den Sittenpolizisten Gereon Rath.

Möchte ich lesen, weil...

... ich gerne in die Vergangenheit reise und gerade die 20er Jahre als eine sehr faszinierende Zeit empfinde. Ob ich die Serie dazu schauen werde, weiß ich noch nicht.




"Die Chroniken von Azuhr 03: Der träumende Krieger" | Bernhard Hennen

 Im Regal, weil...

... ich die Romane von Bernhard Hennen sehr mag und alle seine Fantasywerke lese.

Handelt von...

... einer Prophezeiung, die ein neues magisches Zeitalter einleitet.

Möchte ich lesen, weil...

... es Zeit wird zur Reihe zurückzukehren.




"Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende" | Kathrin Tordasi 

 Im Regal, weil...

... Damaris davon schwärmt.

Handelt von...

... "spannende Gestaltwandler-Fantasy für Jungs und Mädchen ab zehn Jahren, die die Leser tief in die britische Sagenwelt eintauchen lässt." (Quelle: Sauerländer)

Möchte ich lesen, weil...

... im Herbst schon ein neues Buch der Autorin erscheint.




20.05.21

[Werbung] Uhren von Nordgreen

Bezahlte Kooperation mit Nordgreen




Normalerweise bewerbe ich auf meinem Blog keine Gegenstände und das soll auch in Zukunft nicht so laufen, aber unser Familienleben gehört schon dazu und als mich Nordgreen fragte, ob ich Interesse hätte, eine der Uhren zu testen und einen Beitrag darüber zu schreiben, nahm ich das Angebot an. Denn der Mann hat im Mai Geburtstag und liebt Armbanduhren und das nachhaltige Konzept* von Nordgreen passt zu unseren Wertvorstellungen was Natur und Umwelt betrifft.

Nordgreen steht für

  • nachhaltige Produktion
  • Co² Neutralität
  • Umweltfreundliche Verpackung
  • Soziales Engagement





2017 wurde das dänische Label von Pascar Sivam und Vasilij Brandt gegründet. Der Name vereint die nordische Herkunft, die Liebe zur Natur und der damit einhergehende Wunsch eine nachhaltige Quarzuhr zu produzieren. 

Das Design bei Nordgreen liegt in den Händen von Jakob Wagner. Renommierter Designer und Gewinner des Reddot Awards für Product Design in 2020. Für ihn stehen Ästhetik und Nutzen gleichermaßen im Vordergrund, was sich in den Uhren wiederspiegelt. Ein schlichtes, modernes Design, unisex gepaart mit der Möglichkeit die Bänder jeder Uhr auszutauschen, um sie sowohl im Alltag gleichermaßen nutzen zu können wie zum schicken Theaterbesuch oder auch in einer rockig rustikalen Variante mit Nato Armband, das in verschiedenen Farben zu Verfügung steht, so wie auch die Armbänder aus Leder, Silikon, Edelstahl oder veganes Leder. So kann aus der modischen Damenuhr eine perfekte Begleitung beim Wandern werden oder der Uhr, die Mann beim Arbeiten trägt, ein schickes Accessoire zum eleganten Restaurantbesuch.

 

"Ich denke nicht so sehr an das Produkt; ich denke an die Person, die es benutzt, an den Kontext. Wir alle haben Verbindungen zu unseren Produkten. Ich sehe mich als derjenige, der dafür sorgt, dass diese Beziehungen gut sind."

-Jakob Wagner, Interior Design Magazine, 18. Juni 2018

Jede Uhr ist personalisierbar. Du kannst nicht nur das Armband entsprechend deines Geschmacks wählen (auch als Set mit verschiedenen Bändern wählbar), sondern auch die Farbe von Gehäuse und Ziffernblatt bestimmen. 






Die Auswahl an modernen Damenuhren ist umfangreich und trotzdem von hohem Wiedererkennungswert. Das gleiche gilt für die Herrenuhren. Das Modell Pioneer hat es mir sofort angetan. In der Farbkombination anthrazitfarbenes Gehäuse und schwarzes Ziffernblatt passt sie perfekt zu meinem Mann. Dazu wählte ich das vegane Lederarmband, das klassisch schick aussieht, aber in der Kombination mit schwarz und anthrazit einen rustikalen Touch bekommt. Mein Mann würde sich wünschen, dass das Armband noch breiter als die möglichen 20mm ist, weil das mehr seinem Geschmack entsprechen würde, aber durch die schmale Eleganz lässt es sich auch wunderbar um mein schmales Handgelenk legen und ich muss sagen, dass die Herrenuhr auch mir ausgesprochen gut steht... Das Armband, das der Optik von tierischem Leder entspricht, aber aus Polyester Vliesstoff (GreenGuard zertifiziert) hergestellt wurde, ist weich und liegt angenehm auf der Haut.






Besonders an den Nordgreen Uhren ist das bereits angesprochene nachhaltige Konzept. Um den ökologischen Fußabdruck minimal zu halten werden Bäume gepflanzt und eine kurze Lieferkette eingehalten. Einige der Nordgreen Produkte sind mit diversen Zertifizierungen ausgezeichnet. Bspw. die Lederarmbänder, deren Hersteller der Leather Working Group angehören und nach ISO9001 und ISO14001 arbeiten. Das dort verwendete Leder stammt nicht von Kühen, die nur zur Nutzung des Leders geschlachtet wurden.





Nordgreen betreibt ein Giving Back Programm, das sich auf 3 Säulen sozialen Engagements stützt: Sauberes Wasser, Altersgerechte Förderung, Schutz des Regenwaldes. 

In Zahlen hat Nordgreen bisher folgendes erreicht:

+ 3250 Kindern konnte Bildung ermöglicht werden
+ 11 600 Menschen konnten frisches Wasser bekommen
+ 742 000 m² Regenwald konnten geschützt werden

Mit dem Kauf einer Nordgreen Uhr kann ich selbst entscheiden in welches Projekt Geld mit dem Verdienst meiner Uhr fließen soll. Ich habe mich für das Projekt sauberes Wasser entschieden, was bedeutet, dass eine Familie in Zentralafrika für 2 Monate mit der Versorgung von sauberem Trinkwasser unterstützt wird.





*durch Internetrecherche habe ich versucht herauszufinden, ob die Angaben zuverlässig sind. Ich konnte keinerlei negative Berichterstattung finden und behandele die Angaben von Nordgreen daher zunächst als glaubwürdig.