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06.12.21

[Waldrauschen] 3 Zutaten für Selbstfürsorge

 




Sei gütig zu dir

Deine Freund:innen schätzen dich, weil du immer ein offenes Ohr hast? Weil du weißt, wann es Zeit für eine Umarmung oder eine Tasse Tee ist? Deine Kolleg:innen, weil du genau weißt, wann sie Zuspruch brauchen? Sei gütig zu dir selbst. Behandele dich, wie du eine Freundin behandeln würdest. Rate dir dazu nicht immer perfekt, nicht so streng mit dir zu sein. Du musst nicht immer alles in aller Schnelle schaffen. Sei gütig zu dir, wenn du deinen Anforderungen mal nicht genügst. 


Lerne, dich selbst zu spüren

Weißt du wie dein Körper reagiert, wenn es dir nicht gut geht? Erkennst du die Anzeiger von Erschöpfung und Stress, bevor es dich umhaut? Wie gut erkennst du die Emotionen, die dich bewegen? Sich selbst gut zu spüren ist elementar, um die Warnhinweise des Körpers rechtzeitig zu erkennen. 
Um dich besser spüren zu können, könntest du dir täglich einen Moment der Stille gönnen, während der du in deinen Körper hineinfühlst, eine Atemübung, bei der du versuchst eine Muskelpartie deines Körpers zu entspannen (z.b. ist deine Stirn gerunzelt? Sind deine Zähne aufeinandergepresst? Deine Schultern angespannt?), denke an eine bestimmte Person oder Situation: welches Gefühl löst sie bei dir aus?


Richte deinen Blick auf deine Stärken

Was kannst du besonders gut? Was gelingt dir immer? Was schätzen deine Freund:innen an dir? Was magst du besonders gern an dir? Schreibe es auf. Am besten gut sichtbar, so dass du zu jedem Zeitpunkt des Zweifels darauf schauen kannst. Wenn dir nichts einfällt, frage Menschen, die dir wichtig sind. Wenn du das Gefühl hast, dass heute ein Tag ist, an dem alles schief geht, dann tu irgendwas, das du richtig gut kannst und das dir Freude bereitet. 



Text & Grafik: ©2021, Nanni Eppner


15.09.21

[Waldrauschen] Kennst du deine inneren Antreiber?





Hast du dich schon mal mit deiner eigenen Sozialisierung beschäftigt? Mit den Glaubenssätzen, die dich begleiten, weil du sie von Menschen aus deiner Umgebung, Menschen, die dir nahe stehen, übernommen hast? Innere Antreiber genannt, weil sie so fest in dir verankert sind, dass sie dein Denken und Handeln bestimmen?

Bei mir kreisen die Gedanken in letzter Zeit sehr viel um dieses Thema. Ausschlaggebend dafür waren drei Punkte:

  • ein Konflikt, der mich mehr beschäftigte, als er eigentlich sollte und ich mich fragte, warum das so ist.

  • der Fantasyroman “Anarchie Deco” von Judith und Christian Vogt, der das Schubladendenken betont

  • die Arbeit mit “Der Weg des Künstlers” von Julia Cameron und


Warum haben mich ausgerechnet diese Situationen angestoßen?


Bei dem Konflikt, handelte es sich um einen Konflikt mit einer Person, die mir eigentlich nicht nahe steht und auch meinen Alltag in keinster Weise beeinflusst. Also kann es mir ja egal sein, ob er besteht oder nicht. Aber irgendwas an der Situation hat mich sehr eingenommen, sehr festgehalten und durcheinander gewirbelt und ich habe mich gefragt, warum das so ist. Ich möchte mich damit auseinander setzen, um es be- und verarbeiten zu können. Um aus der Situation herauszukommen. Damit übernehme ich Verantwortung und komme wieder in ein selbstbestimmtes Handeln hinein. Den Grund dafür habe ich (glaube ich) tatsächlich gefunden und er rührt von einem sehr fest verankerten Glaubenssatz. Ja, wenn nicht sogar aus einem ganzen Strauß an Glaubenssätzen.


Judith und Christian sprechen im Roman, der in den 20ern des letzten Jahrhunderts spielt, soziale Ungleichheiten an, feministische und rassistische Themen, rütteln am Weltbild der Menschen dieser Zeit. Es wird sehr viel in Schubladen gedacht. Ich erwische mich selbst, dass ich sehr häufig zuerst in Schubladen denke. Ich glaube nicht, dass ich im Prinzip intolerant gegenüber den Menschen bin, die ich da einsortiere, aber diese allerersten Gedanken, die ich hege, die sind irgendwann mal tief in mir verankert worden.


Julie Cameron möchte, dass ich mich mit den Glaubenssätzen der Vergangenheit auseinandersetze, um herauszufinden, wer oder was mich in meiner kreativen Arbeit blockiert, was mich innerlich antreibt. Das ist ein längerer, aber auch sehr spannender Prozess, an dem ich bereits sehr gewachsen bin.


Die für mich wichtigste Erkenntnis ist, dass ich niemandem die Schuld geben muss für diese Glaubenssätze. Weil ich die Menschen, die mich in der Vergangenheit beeinflusst haben, zum größten Teil liebe und wertschätze, war es für mich immer ein Problem diese Anker, die sie bei mir gesetzt haben, bei ihnen zu suchen. Ich wollte ihnen nicht die Schuld in die Schuhe schieben, ihnen nicht die Verantwortung dafür überlassen. Die Verantwortung jedoch liegt bei mir, denn ich habe diese Glaubenssätze zwar nicht bei mir eingepflanzt, aber ich bin diejenige, die sie wieder entfernen kann. 


Kennst du die Glaubenssätze, die bei dir verwurzelt wurden?





Falls du mehr über (deine) innere Antreiber erfahren willst, schreib mich gerne an. nanni.eppner@gmx.de


28.06.21

[Waldrauschen] Entspannter durch eine volle Woche




Meine Woche ist proppevoll. Jeden Tag Termine, geplante Vorhaben, aktuell viele Dinge in Haus und Garten zu erledigen, die tägliche Fahrt zum Stall + Training. Ich mag das gar nicht. Es fühlt sich an, als stünde ich vor einem großen Berg, der nur schwer zu erklimmen ist. Früher bin ich oft krank geworden, allein, weil mich der Gedanke an die Bewältigung schon ausgelaugt hat. 

Heute geht es mir damit besser. Ich sehe die Aufgaben nicht mehr als Berg, sondern kann meinen Blick darauf ändern. Ich schaue nicht mehr auf die ganze Woche, sondern gehe von Tag zu Tag. Welche Aufgaben kann ich links liegen lassen, um mir Pausen einzuräumen? Diese plane ich mir bewusst ein, schreibe sie am besten auch mit in den Kalender.

Ich ändere mein Mindset. Nicht “Heute muss ich ja ....”, sondern “Heute freue ich mich auf…” oder “Ich erledige das und das / nehme den Termin war und danach gönne ich mir eine kurze Lesepause / Kaffee / Telefonat mit einer Freundin [...] Darauf freue ich mich schon sehr.” Oder ein Beispiel aus meiner Woche: “wenn ich die alten Ordner und Papiere in meinem Büro sortiert habe, kann ich mir den Raum wieder viel schöner gestalten. Außerdem wird künftige Büroarbeit danach einfacher.”

Um täglich positiv in den Tag zu starten, nutze ich gemeinsam mit den Kindern eine Embodiment Technik, die ich kürzlich im Workshop von Steffi Bathe gelernt habe. Dazu reiben wir freudig unsere Hände und nennen uns zwei Dinge, auf die wir uns an diesem Tag freuen (beim kleinen Mädchen lauten sie übrigens immer Pepper (wer uns noch nicht kennt, das ist unser Pferd) :D) Das ist keine Wunderwaffe und dadurch erledigen sich die vielen Aufgaben auch nicht von selbst, aber es hilft - vor allem beim täglichen Gebrauch - schwere Aufgaben mit einer positiveren Einstellung zu bewältigen und dadurch den Stress zu reduzieren.




Wie stehst du solchen vollen Tagen oder Wochen gegenüber? Lässt du dich davon runterziehen oder hast du schon Techniken erlernt oder entwickelt, wie du dem entgegen treten kannst?




Ich wünsche dir einen schönen Tag. Komm gut durch die Woche

15.03.21

[Waldrauschen] Ich werde geliebt





Ich werde geliebt. Nichts kann mir etwas anhaben.

In der letzten Zeit führe ich mit meinem Papa häufig Gespräche über das Verhalten von Kindern und Erwachsenen, woher es rührt und wie wir zwei sozialisiert wurden. Wir beide wurden sehr geliebt. Als Kinder. Als Erwachsene. Der Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten ist bei uns beiden jedoch noch ausbaufähig.

Daran musste ich denken, als ich gestern den neusten Podcast mit Lars Amend hörte, in dem er aus seinem neusten Buch “Where is the Love” vorliest. Im vorgestellten Kapitel geht es darum, warum wir nicht einfach bedingungslos lieben können? Warum wir nicht einfach unsere Liebe geben, sondern damit hinter dem Berg halten? Ehrliche Liebe, die wir geben, macht uns glücklich. In dem Moment, in dem wir sie rausschicken. Was danach kommt: keine Ahnung. Aber dieser Moment macht uns glücklich. Wir zehren davon und wenn wir einen Gegenüber haben, der genauso denkt, bekommen wir sie zurück und sind noch glücklicher.

Statt so zu handeln, reduzieren wir unsere Liebe, verwenden sie so, als gebe es nur ein begrenztes Kontingent und als müsse man dieses gut einteilen, um nichts zu vergeuden. Das handhaben wir nicht nur bei unseren Partnern so, sondern oft auch bei unseren Kindern. Weil wir so sozialisiert wurden. Ich z.B. neige dazu nicht mehr mit meinem Mann zu sprechen, wenn ich mich über ihn ärgere (Verhaltensmuster meiner Oma…). Ich vergrabe mich in meinem Ärger, sammele ihn und packe noch mehr dazu. In mir wächst ein schwarzer Ball, der mir das Leben schwer macht. Unterbewusst versuche ich ihn damit zu erziehen, was total anmaßend ist und außerdem überhaupt nicht funktioniert (auch in anderen zwischenmenschlichen Beziehungen nicht). Das einzige, das hilft, ist darüber reden. Und mir selbst an meine eigene Nase zu packen und zu sagen:”Hey, du verrennst dich wieder in ein völlig unangebrachtes Verhaltensmuster. Stop! Hör auf damit!” Denn nur ich selbst bin in der Lage dazu etwas an mir zu ändern. Und nur ich selbst kann dafür sorgen, dass ich mich besser, glücklicher fühle. Der Gedanke daran Liebe zu geben, den Menschen, die in meinem Leben die wichtigsten sind, mit Liebe zu begegnen, und allen anderen auch (die Dosierung und Art der Liebe ist selbstverständlich unterschiedlich ;)), der Gedanke daran macht mich schon glücklich. Es wird noch eine Menge Arbeit sein, die alten Strukturen zu verändern, aber der erste Schritt ist getan.

Und jetzt du: portionierst du manchmal deine Liebe? Lässt du dich manchmal davon abbringen freien Herzens auf Menschen zuzugehen, weil deine eingeübten Verhaltensmuster dir das verbieten?

08.03.21

[Waldrauschen] Zukunftsplanung mit Hilfe der S.M.A.R.T. - Technik





Kennst du diese Frage danach wie du dir deine Zukunft vorstellst?
Wie dein Leben in den nächsten 1, 2, 5, 10 Jahren aussehen könnte?

Mich hat diese Frage immer ziemlich überfordert. Im Prinzip bin ich ja zufrieden. Also relativ. Also von manchen Dingen wünsche ich mir mehr, von anderen weniger. Aber was mache ich, wenn sich das Leben um mich herum weiterdreht? Nichts bleibt stehen und das sollte ich auch nicht tun. 

Wenn ich genau darüber nachdenke, gibt es doch 3 Baustellen, in denen ich mir Veränderung wünsche. 

Ich überlege mir also

➡️ WAS stört mich?
➡️ WIE soll dieses Thema in der Zukunft aussehen?
➡️ WIE komme ich dorthin? 

Formuliere ich meine Ziele S. M. A. R. T., unterstützt mich mein Unterbewusstsein dabei sie zu erreichen. 

Spezifisch: klar und so konkret wie möglich, Ich-Form

Messbar: eindeutig festlegbar, ob und inwieweit du dein Ziel erreicht hast 

Attraktiv: Aktionsorientiert, ohne Negativformulierungen

Realistisch:
außerhalb deiner aktuell vorstellbaren Reichweite, aber doch realistisch genug, sodass du dich weder über- noch unterfordert fühlst. 

Terminiert: zeitlich und inhaltlich klarer Endpunkt

An einem Beispiel aus dem Reitsport stelle ich dir vor, wie du die S. M. A. R. T. Technik anwenden kannst. Falls dich andere Beispielthemen interessieren, schreibe mir dazu in den Kommentaren. 



Erkenne ein Bild oder einen Zustand, der den Soll-Zustand klar beschreibt.
➡️ Bsp.: Ich möchte meinen Leistungsstand weiter ausbauen und das Reitabzeichen Kl. 0815 absolvieren.



Hat mein Ziel objektive Parameter, die messbar sind?
➡️ In meinem Bsp.: Turnieraufgaben, Abfragen von Lektionen unter Aufsicht von Fachpersonal



Ist mein gestelltes Ziel attraktiv? Macht es mir Freude, an die Erreichung des Ziels zu denken? Ist die Formulierung des Ziels auch wirklich nicht negativ?
➡️ Bsp.: statt "Ich würde gerne mein Reitabzeichen absolvieren." lieber "Im Sommer absolviere ich mein Reitabzeichen."



Außerhalb deiner aktuell vorstellbaren Reichweite, aber doch realistisch genug, sodass du dich weder unter-, noch überfordert fühlst. Genügen deine derzeitigen Kenntnisse/Fähigkeiten, um dein Ziel zu erreichen? Wenn nicht, wer kann dir dabei helfen?
➡️ In meinem Bsp.: die Übungseinheiten der letzten Wochen haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, uns kontinuierlich zu verbessern und Neues dazu zu lernen. Ich werde mein theoretisches Wissen weiter ausbauen und gemeinsam mit meiner Trainerin/meinem Trainer ein Trainingskonzept ausarbeiten, dass ich unter ihrer/seiner Aufsicht ausbauen werde. 



Zeitlich und inhaltlich klarer Endpunkt.
➡️ In meinem Bsp.: im Juni diesen Jahres werde ich meine Prüfung für mein Reitabzeichen Kl. 0815 auf dem entsprechenden Leistungsstand erfolgreich ablegen.


Hast du aktuell konkrete Ziele vor Augen? Wenn ja, notierst du sie dir? Wenn nein, was hält dich davon ab?

24.01.21

[Waldrauschen] Schlafroutine



Schlaf ist mein Endgegner.

Das war in meiner Kindheit schon so. Ich konnte nicht gut einschlafen und wachte nachts häufig auf. Heute ist es so, dass ich gut einschlafe, in schlechten Nächten aber mal locker zwei, drei Stunden wach liege.

In einer Zeitschrift habe ich vor einiger Zeit etwas über die verschiedenen Schlaftypen gelesen. Ich werde dort als Delphin beschrieben. Die Bezeichnung beinhaltet, dass nur eine Gehirnhälfte abgeschaltet wird, dass ich vom kleinsten Geräusch wach werde, um die Gruppe vor Gefahr zu warnen und dass ich mich morgens wie zerschlagen fühle. Ich weiß gar nicht welche der Beschreibungen am besten auf mich passt... Die These stammt von Schlafforscher Dr. Michael Breus.

Schlaf ist so wichtig für Körper und Geist. Zu wenig schwächt das Immunsystem und senkt die Hirnleistung. Zu wenig Schlaf macht mich ungeduldig und senkt meine Toleranzgrenze.

Ich habe eine Routine entwickelt, die mir dabei hilft entspannter durchzuschlafen und die möchte ich euch gerne vorstellen.






Kaffee oder Tee

Meine Einschlafroutine beginnt schon mittags. Nach 13 Uhr trinke ich keinen Kaffee mehr. Das ist sehr schade, denn eigentlich mag ich es nach dem Mittagessen gemeinsam mit dem Mann gemütlich bei einer Tasse Kaffee zu plaudern.


Trinke ich am Nachmittag Kaffee, kann ich davon ausgehen, dass ich nachts unruhig bin. Dass ich häufig aufwache und schlecht zur Ruhe komme. Habe ich am Nachmittag ein Formtief, trinke ich einen Ingwertee oder einen Ingwershot. Die Energiezufuhr ist sehr effektiv, sorgt aber nicht für Unruhe.

Gerne würde ich abends noch einen Tee trinken. Diese wohlige Wärme. Die Gemütlichkeit. Ich mag das sehr, aber dann muss ich nachts zur Toilette und dann ist es mit dem Einschlafen wieder schwierig. Also bleibt es meistens bei simplem Wasser, das auch dafür sorgt, dass ich mich am Morgen fitter und wacher fühle, weil es meine Gelenke in der Nacht gut versorgt.





Bewegung
Oft bin ich abends erschöpft. Geistig erschöpft. Tagsüber musste ich 30mal sagen "Wir malen nur auf Papier!", zig Fragen beantworten und den Alltag, Termine und Arbeit managen.

Die Erschöpfung sorgt häufig dafür, dass mir schon beim Lesen auf dem Sofa am Abend die Augen zufallen, aber richtig müde macht sie mich nicht. Ihr könnt es euch vielleicht schon denken: nachts holt es mich wieder ein. Was mir wirklich hilft, ist mich einmal am Tag auszupowern. Am besten an der frischen Luft. Fühle ich mich schon sehr erschöpft, ist ein Spaziergang eine sehr gute Alternative.

Ausreichend Bewegung an der frischen Luft hält das Gehirn fit, stärkt das Immunsystem, sorgt für gute Laune und hilft besser zu schlafen. Stress wird in Bewegung besser abgebaut und deshalb fällt es dem Körper leichter sich zu entspannen. In der Nacht versucht er die durch Bewegung verloren gegangene Energie zu kompensieren und fällt in einen tieferen und damit auch erholsameren Schlaf.





Gedanken aufschreiben
Gedanken zu Papier bringen bedeutet meist sie aus dem Kopf zu haben. Alles was erledigt werden muss, kann notiert werden. So liegt es am nächsten Morgen direkt bereit und ich muss keine Sorge haben etwas zu vergessen.

Nicht alle Tage laufen glatt und meistens hilft auch hier sie aufzuschreiben. Ich nutze eine Art Tagebuch. "Ein guter Tag" bietet Achtsamkeitsübungen für jeden Tag. Eine Spalte für Gedanken zum Tag, eine für eine Dankbarkeitsübung und eine, um zu notieren was ich am Tag gut gemacht habe. Es gibt einen Tracker und Raum für Notizen, falls mich ein Thema umfangreicher beschäftigt.

Dort am Abend meine Gedanken aufzuschreiben, hilft mir oft Klarheit zu bekommen und mich von belastenden Themen zu befreien.




Meditation oder Yoga 
Mein großes Problem beim Schlafen sind Rücken- und Gelenkschmerzen. Ich drehe mich so oft hin und her, werde wach, weil meine Schulter- oder Hüftgelenke schmerzen oder meine Arme einschlafen.
Was mir hilft, ist Yoga. Eine ausgiebige Einheit am Morgen oder eine kleine Einheit am Abend. 10 Minuten sind schon ausreichend, um besser zu liegen, um Muskeln zu entspannen und Schmerzen entgegenzuwirken.
Folgt der Yogaeinheit noch eine kurze Meditation, wirkt das wie ein Relaxans auf Muskeln und Gehirn. Die Entspannung der Muskulatur ist grundlegend für eine Entspannung des Geistes (und umgekehrt).




Lesen
Wir wissen es alle und trotzdem ist es oft so schwer: das Handy / Tablet am Abend zur Seite zu legen.
Sitze ich erstmal auf dem Sofa und öffne Instagram, kann ich mich dort verlieren. Eine Inspiration folgt der nächsten. Hier ein Kommentar, dort ein Herzchen und zack - eine Stunde vorbei.

Das blaue Licht der Bildschirme sorgt dafür, dass weniger schlafförderndes Melatonin gebildet wird. Der Kopf bekommt also gesagt, dass eigentlich noch Tag ist und er noch nicht herunterfahren muss.

Ich bin dazu übergegangen abends mein Handy rechtzeitig auszuschalten (gelingt ganz gut) und mein Tablet in einen anderen Raum zu legen (gelingt weniger gut). An beiden Geräten nutze ich den Dunkelmodus, aber mein Kopf kommt trotzdem schlecht zur Ruhe.

Anders ist es beim Lesen. Ein Buch (selbst ein Sachbuch) versetzt dich in andere Welten und lässt dich Dinge des Alltags vergessen. Schon vor Jahren wurde wissenschaftlich bewiesen, dass Lesen für Entspannung sorgt.




Ist schlafen ein Problem für dich oder kommst du leicht zur Ruhe?
Welche Routinen oder Übungen helfen dir dabei besser in den Schlaf zu finden oder tiefer zu schlafen?
Hast du Buchempfehlungen zum Thema?




Text & Fotos: ©2021, Nanni Eppner
 

05.06.20

[Waldrauschen] 2020 ist doch echt beknackt



Letztes Jahr um diese Zeit waren wir in Südtirol. 

Dieses Jahr wären wir eigentlich auch schon dort gewesen, wenn nicht... ihr wisst schon.

Dieses Jahr 2020 ist so beknackt, so langsam fehlen mir echt die Worte. 

Uns geht es eigentlich gut. Wir konnten nicht in den Urlaub fahren - ist doof, aber nicht überlebenswichtig. Unsere Kinder sind gesund und fröhlich, meine Großeltern haben eine COVID-19 Infektion unbeschadet überstanden, beruflich läuft alles bestens, wir verwirklichen unsere Garten- und Hausrenovierungspläne und haben uns lieb. In unserer Blase ist soweit alles okay. Doch sobald ich diese ein wenig öffne und in die Welt hinausschaue, wird mir anders. 

Woher kommt diese rohe Gewalt? Warum denken wir immer noch wie vor 100 Jahren? Nutzen Demokratie, um Menschen an die Macht zu wählen, die verachtend mit anderen Menschen umgehen? Tun so, als müssten wir uns nicht vor der Infektion einer Krankheit schützen, sondern vor Menschen, die anders aussehen, anders glauben, anders lieben, als wir selbst. 




Ich habe vor ein paar Jahren mal in einem Morgenmagazin Horoskop gehört, dass irgendein Planet in die Umlauf der Erde kommt, der für Streit und Hass zwischen den Menschen sorgt. Heute würde ich gerne daran glauben und die Space Cowboys losschicken, um ihn wegzuschieben. So läuft es leider nicht und auch nicht so, das Jahr einfach auszusitzen und hinterher zu sagen "2020 kann in die Tonne" 

Wir müssen aufhören zu reagieren und viel mehr agieren. Ich habe noch keine ultimative Lösung. Weder für mich, für uns, noch fürs große Ganze. Aber ich weiß, dass wir im Kleinen beginnen müssen, damit es große Kreise ziehen kann. 

Lass dich nicht entmutigen. Nicht demotivieren. Vergiss nicht, dass es kein Trend ist, sondern immer zählt.


31.05.20

[Waldrauschen] Meditation. Meine tägliche Begleitung.




Meditation? Das ist nichts für mich. 

Ruhe und Konzentration, wenn im Kopf alles durcheinanderwirbelt und Hände und Füße in Bewegung bleiben möchten? Ne. Geht gar nicht.

Geht doch. Sehr gut sogar. Und noch viel weiter.
Meditation beruhigt, hilft die Gedanken zu sammeln, zu ordnen, zu fokussieren. Meditation stärkt.

Wieso? Weshalb? Warum?

Schlafen ist schon seit meiner Kindheit mein Endgegner. Einschlafen ist okay. Durchschlafen weniger. 
Früher habe ich nachts einfach gelesen, wenn ich nicht schlafen konnte und bin dann am nächsten Tag nicht zur Schule gegangen. Heute funktioniert das so leider nicht. Tagsüber warten zwei kleine Räuber auf Beschäftigung und auf eine Mama, die nicht schlecht gelaunt ist. Es gibt jeden Tag viel zu erledigen und dafür benötige ich Energie. Schlaf ist elementar wichtig, um gestärkt und gesund zu sein.

Ganz oft ist es so, dass ich tagsüber so viele Aufgaben erledige, dass es mir abends schwer fällt meinen Motor herunterzufahren. Ich nenne es gerne meine Rädchen, die nicht aufhören zu rollen.
Hinzu kommen Muskelverspannungen, die z.B. vom Tragen der Kinder herrühren. Ich habe schon immer einen sehr hohen Muskeltonus und daher neige ich zu Verspannungen.



Als 2018 das kleine Räubermädchen geboren wurde, ist mein Schlafrhythmus komplett zusammengebrochen. Fast ein Jahr habe ich nachts alle zwei Stunden gestillt, wenn es gut lief alle drei, während Entwicklungs- oder Wachstumsschüben gern auch mal stündlich (an alle Nicht-Mütter: keine Sorge, dass ist nicht der Regelfall ;)). Wenn ich gerade wieder eingeschlafen war, musste ich wieder die Augen öffnen oder zumindest meinen Kopf wieder soweit anschalten, dass ich meine Arme bewegen konnte. Das hat langfristig dafür gesorgt, dass ich mich nicht mehr ausgeschlafen fühlte oder schon abends um 18 Uhr zu Bett ging, um überhaupt halbwegs ausgeschlafen zu sein

Durch Instagram hatte ich schon häufiger von Meditationsapps gehört. Ich probierte die App 7 Mind in der Free Version aus (dazu gibt es auch einen guten Podcast und Newsletter).

Zwei, drei, vielleicht auch fünf Tage, versuchte ich morgens mit einer Meditation zu starten. Das Gefühl mir Zeit nehmen zu müssen, zur Ruhe kommen zu müssen, um gut in den Tag starten zu können, hat mich ziemlich gestresst. Zu dem Zeitpunkt hatte ich morgens wenig Ruhe. Ihr ahnt es - das Kind wollte trinken. Also beendete ich meinen Versuch erstmal frustriert.



Im Urlaub in 2019 startete ich dann einen neuen Versuch mit der Free Version von Calm. 

Dort entdeckte ich die geführte Meditationsreihe "7 Tage für einen guten Schlaf". Einen Versuch war es wert.

Ich löste mich von dem Gedanken, dass ich möglichst eine Stunde meditieren sollte und am besten zu Tagesbeginn und begann allabendlich vor dem Einschlafen mit der Meditation. 

Eine angenehme Stimme erklärt mir, wie ich am besten atme. Begleitet mich dabei herunterzufahren, meine Muskeln zu entspannen und meinen Geist zu beruhigen. 

Schon nach wenigen Abenden fiel ich nach der Meditation in einen tiefen, schweren Schlaf. Ein mir fast unbekanntes Gefühl. Heute benötige ich nur noch das Intro und schon schlafe ich ein.

Werde ich trotzdem nachts wach, hilft es mir wieder eine Meditationsübung durchzuführen, um schnell in den Schlaf zurückzufinden. Manchmal gelingt mir das schon ohne Hilfe, manchmal schalte ich mir am Handy eine Meditaion auf Calm an oder nutze eine der beruhigenden Schlafgeschichten.

Hast du z.B. schon einmal vor dem Schlafen versucht deine Gesichtsmuskeln zu entspannen? Deinen Kiefer zu lockern? Und weißt du, wie angenehm es ist tief durchzuatmen? Wie sehr es hilft Kraft und Energie durch deinen Körper zu transportieren?

Du schläfst gut, aber tagsüber geht dir die Energie verloren?

Auch das ist eine Situation, in der dir Meditation helfen kann (vorausgesetzt es liegen keine gesundheitlichen Probleme vor, die zu Kraftmangel oder Müdigkeit führen).

An manchen Tagen gelingt es mir auch mit Meditation in den Tag zu starten oder eine kleine Auszeit für eine Meditation zu nehmen. Ich gehe immer gestärkt daraus hervor. Fühle mich ruhiger und ausgeglichener an Tagen, an denen gefühlt die Hütte brennt.



Mittlerweile nutze ich die Abo Version von Calm, weil sie mir mehr zu bieten hat, als die Free Version. Täglich bietet Calm eine Meditation zu einem bestimmten Thema. Diejenigen, die mir besonders gut gefallen, kann ich unter Favoriten speichern. Gibt es Tage, an denen ein bestimmtes Thema präsent ist, kann ich nach einer entsprechend passenden Meditation suchen. In einem kleinen Achtsamkeitskalender kann ich meine aktuelle Stimmung eintragen.

Ich nutze Meditation nun täglich. Sie ist ein gute Begleitung. Eine Hilfe mir selbst zu helfen. Mich zu beruhigen, aber auch meinen Fokus zu bündeln. Eine Eigenschaft, die mir oftmals schwer fällt. Meditation bereichert meinen Alltag.

Hast du schon mal eine Meditation ausprobiert? Ist Meditation schon Bestandteil deines Tages? Wenn nicht, worin siehst du die Hürde, die dich daran hindert?



10.05.20

[Waldrauschen] Odyssee mit meinem Pferd Dark Pepper



Dark Pepper - mein Freund und Begleiter seit 17 Jahren, seit einigen Jahren auch der meiner Kinder. 

Als ich 2015 mit der Räubertochter schwanger war, sagte ich zu meinem Vater "jetzt verpasse ich Peppers beste Jahre und dann wird er alt sein." In den letzten vier Jahren musste er ordentlich zurückstecken.

Im letzten Jahr traf ich die Entscheidung, dass Pferde unbedingt wieder mehr Raum in meinem Leben einnehmen müssen. Pferdeliebe steckt in meinen Genen, fließt durch meine Adern. Ich hatte mich eine Zeit lang eingeschränkt (und das aus zwei sehr guten Gründen), aber es brauchte einen Kompromiss aus Mutter und Pferdemädchen, um glücklich zu sein. 

Zum Jahreswechsel dann der Stallwechsel. 

Am nächsten Tag konnte Pepper nicht mehr richtig laufen, nahm ab, wurde von der Herde ausgegrenzt. Keine richtige Diagnose, bis ein Hufgeschwür endlich seinen eigenen Weg ging. Danach kam eine Osteopathin und behob kleinere und größere Wehwehchen. Mehrere Wochen waren ins Land gezogen, in denen ihm nur mittelmäßig geholfen werden konnte. Doch dann sollte es endlich wieder bergauf gehen. 




Vor vier Wochen bildete sich plötzlich eine große Schwellung an Bauch und Schlauch. Ich rief den Tierarzt. Der kam, behandelte dies, behandelte das. Mein armes Pferd nahm weiter ab, musste einige Spritzen ertragen, wurde immer müder, konnte plötzlich wieder nicht mehr richtig laufen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr kam mir in den Sinn, dass er nun wirklich alt ist und eine Erkrankung nicht mehr einfach so wegsteckt. Ein Gedanke, den ich kaum ertragen konnte.

Dann rief ich wieder die Osteopathin an. Die kam, behandelte. Ein erster Lichtblick: er fühlte sich besser, war wieder muntere, konnte wieder laufen. Zwei Tage später öffnete sich die Schwellung. Was vom Tierarzt als Lymphstau fehldiagnostiziert wurde, war ein riesiger Abszess. Eine extrem schmerzhafte Sache.

Jetzt kann ich zuschauen, wie es ihm von Tag zu Tag besser geht. Mein Herz springt vor Freude. Gestern waren wir zum ersten Mal seit Wochen wieder ausreiten und sind im Abendlicht über einen Wiesenweg galoppiert. Ein großes Glück.

Zwei Dinge, die meine Osteopathin sagte, die mich sehr berührt haben:

"Pepper und du (also ich) habt ein Verhältnis, das auf sehr viel Vertrauen basiert, und er ist ein Kämpfer, hat viel Kraft und ist längst noch kein altes Pferd."

Ich hoffe, das bleibt noch lange so ❤







19.03.20

[Waldrauschen] Zu Corona. Zu mir. Zu euch.




Mir fällt es gerade etwas schwer meinen Blog und meine Social Media Accounts zu bespielen.
 
Ich habe viele ungelesene Bücher, aber die innere Ruhe zum Lesen fehlt.
Ich habe einige Buchempfehlungen in Petto, komme aber nicht dazu mich hinzusetzen, um sie niederzuschreiben.
Ich würde eigentlich gerne Fotos machen, aber es erscheint mir irgendwie absurd schöne Fotos zu machen, wenn gerade so viel durcheinander gewirbelt wird. 

Ich bin normalerweise immer positiv gestimmt und möchte hier auch nicht rumjammern, denn die äußeren Umstände sind immer noch besser, als die vieler anderer Menschen und ich mag es gerne, dass ich nun wieder beide Kinder so viel um mich herumhabe, aber diese Ungewissheit, die diese Pandemie mitbringt, macht mich sehr fahrig und ja, auch ein bisschen ängstlich. 

Mein Mann ist Selbstständig, hat Berufsverbot. Für wie lange? Wie wird es danach weitergehen? 
Das kleine Räubermädchen ist seit heute Nacht krank. Kein ihr wisst schon was, aber ein krankes Kind macht jedes Mutterherz traurig. Meinem Opa steht eine Herz OP bevor. Wann, weiß keiner.
Haben wir vor Corona eigentlich gewusst wie gut es uns geht?

Ich versuche zu lesen, zu bloggen, zu kochen, zu basteln. Für die Kinder und auch uns Erwachsene soviel Struktur und gewohnte Dinge in den Alltag einzubauen wie möglich. Das erdet. Das stärkt. Aber es ist gerade teilweise ein Kraftakt.

Wie ergeht es euch? Was wünscht ihr euch? Friede, Freude, Eierkuchenposts? Buchtipps wie immer? Fotos aus dem Garten, auch wenn ihr gerade Zuhause festsitzt? Ein bisschen Gejammer, weil es euch momentan auch so geht?

Gebt auf euch Acht und bleibt gesund.



10.01.20

[Waldrauschen] Wie ich zum Jahreswechsel etwas gegen Unzufriedenheit unternahm




Unzufrieden? Nicht rumjammern, sondern etwas verändern. Das ist etwas, dass ich versuche umzusetzen.

Deshalb stand mit dem Jahres- auch ein Stallwechsel an.
Ich muss ein bisschen ausholen...

Ich wurde in eine Pferdefamilie hineingeboren, sitze auf dem Pferd, seit ich zwei war, bekam mit fünf Jahren mein erstes eigenes Pony, bilde junge Pferde aus, seit meinem 14. Lebensjahr, unterrichte seit dem 16., absolvierte mit 20 meine Trainerausbildung. Meine Pferde Dark Pepper und Emma sind sekbstgezüchtet und ausgebildet.
In den letzten vier Jahren lag mein Fokus auf meiner Familie. Jetzt, da meine Mädchen etwas größer sind, möchte ich mich auch wieder mehr meinen Fähigkeiten und Leidenschaften widmen. Ich möchte mich fortbilden und meine Pferde nicht mehr nur streicheln, sondern auch wieder mehr reiten. Da Pepper nun schon etwas älter ist, ist die gymnastizierende Arbeit für ihn sehr wichtig, und Emma muss unbedingt etwas für ihre Figur tun. Nicht der Schönheit, sondern der Gesundheit wegen. Im neuen Stall passen die äußeren Umstände gut zu unserer Lebensführung, die Pferde sind artgerecht untergebracht, die Reitanlage passt besser zu unseren Anforderungen, dort sind einige Reiter auf ähnlichem Leistungsstand und externe Trainer*Innen ermöglichen Fort- und Weiterbildung von Reiter und Pferd. 

Das bedeutet für mich zwar eine Umstrukturierung unseres kompletten Tagesablaufs, aber ich war im letzten halben Jahr so unzufrieden darüber, dass meine Fähigkeiten und die meiner Pferde brachliegen, dass es dringend erforderlich war, daran etwas zu ändern. Ich starte also ziemlich motiviert ins neue Jahr und freue mich auf all die Herausforderungen und Möglichkeiten, die diese Veränderung mit sich bringen wird.
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Wann warst du zuletzt unzufrieden? Was hast du geändert?Welche Pläne, die deine Wohlbefinden verbessern sollen, hast du für die kommende Zeit?